Brandschutz: Duisburger noch nicht zurück in Wohnungen

Brandschutz: Duisburger noch nicht zurück in Wohnungen

  • Anwohner mussten überraschend ihre Wohnungen verlassen
  • Problem mit 50 Jahre alter Zufahrt zur Gebäuderückseite
  • Stadt Duisburg bietet Betroffenen Notunterkünfte an
  • Ohne zweiten Rettungsweg Wohnen weiter unmöglich

Die Bewohnner durften kurzzeitig zurück, um etwas in die Wohnungen zu bringen oder herauszuholen, so ein Stadtsprecher am Dienstag (11.12.2018). Ein dauerhafter Aufenthalt bleibe aber weiterhin untersagt. In Duisburg-Hochfeld mussten 16 Eigentumswohnungen eines Mehrfamilienhauses geräumt werden. Hintergrund sind Mängel beim Brandschutz.

50 Jahre lang nicht aufgefallen

Problematisch ist nach Aussage der Stadt eine Zufahrt zur Rückseite des Hauses. Sie ist demnach nur 2,60 Meter hoch und damit zu niedrig für einige Feuerwehrfahrzeuge. Doch das ist laut den Anwohnern schon seit 50 Jahren so. Die Stadt Duisburg teilte dem WDR auf Anfrage mit, das Problem sei erst jetzt bei einem Feuerwehreinsatz aufgefallen.

Bei Georg Jachmich vom Duisburger Verein Haus und Grund stößt die Aktion auf Unverständnis: "Es müssen Rauchwarnmelder da sein, man kann Brandwachen aufstellen etc. Aber einfach zu sagen, 'jetzt räumen wir ab der dritten Etage', halte ich gelinde gesagt für ein wenig übertrieben."

Provisorische Lösung soll helfen

Die Hausgemeinschaft will jetzt provisorische Fluchtgerüste aufstellen lassen, um das Problem zumindest übergangsweise zu lösen - diese Idee wird aber noch geprüft. Seitens der Stadt würden keine provisorischen Lösungen eingeleitet. "Mit der Nutzungsuntersagung (hier leider das geringste Mittel) ist die konkrete Gefahr abgestellt. Weitere Maßnahmen darf die Bauaufsicht nicht durchführen", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme am Dienstag.

Notunterkünfte werden nicht angenommen

Den Bewohnern wurde nach eigenen Angaben eine Turnhalle als Notunterkunft angeboten. Die Stadt sagt dagegen, man habe den Betroffenen Wohnungen in einem normalen Gebäude zur Verfügung gestellt. Nach WDR-Recherchen sind die Ausquartierten aber vorerst bei Verwandten und Freunden untergekommen.

Ob sie noch vor Weihnachten in ihre Wohnungen zurückkehren können, steht auch am Dienstag noch nicht fest. Die Stadt will erst mal keine weiteren baugleichen Häuser überprüfen, heißt es.

Stand: 11.12.2018, 16:21