Hochhaus-Mieter in Duisburg müssen ihre Wohnung räumen

Hochhaus-Mieter in Duisburg müssen ihre Wohnung räumen

Von Marcus Böhm und Laura Kasprowiak

  • Mieter müssen aus ihren Wohnungen
  • Mängel am Brandschutz
  • Räumung kam überraschend

Familie Kühnel aus Duisburg sitzt am Donnerstag (06.09.2018) gemütlich zu Hause und ahnt nichts Böses. Plötzlich steht das Bauordnungsamt vor der Tür und spricht von Brandschutzmängeln in ihrer Wohnung im 8. OG.

Familie Kühnel aus Duisburg

Familie Kühnel aus Duisburg

"Man kann sich das nicht vorstellen. Da stehen fremde Leute vor einem und sagen, dass man sofort raus muss. Es gibt keine Diskussion", erzählt Dominik Kühnel. Die Familie muss mit ihren vier Kindern Hals über Kopf ihre Wohnung verlassen und darf nur das Nötigste einpacken. "Die Herren vom Bauamt sagten, dass wir nicht mehr zurückkommen dürfen. Wir müssen uns jetzt eine neue Wohnung suchen", so Dominik Kühnel.

Mängel am Brandschutz

Mieter müssen Wohung wegen Brandschützmängel räumen

Wohnung war ein Trockenraum

Zum Hintergrund: Einige Tage vorher, am 03.09.2018, kam es zu einem Einsatz der Feuerwehr in den Wohnungen im 8. OG. "Hierbei ist der Feuerwehr aufgefallen, dass die Nutzungseinheiten vermutlich oberhalb der Hochhausgrenze von 22 Meter liegen", teilt die Stadt Duisburg in einer schriftlichen Erklärung mit.

Am 05.09.2018 habe die Feuerwehr dann einen Anleiterversuch durchgeführt und festgestellt, dass man die Fenster erreichen könne. Die Fenster, die den zweiten Rettungsweg darstellen, seien aber nicht ausreichend groß, um Personen zu retten.

"Zudem stellte die Bauordnung fest, dass laut Hausakten das 8. OG nicht zur Wohnnutzung genehmigt wurde. Da die Mindestanforderungen an den Rettungswegen nicht erfüllt sind, ist von einer konkreten Gefahr auszugehen", so die Stadt. Betroffen waren zwei Haushalte, bestehend aus Familie Kühnel und zwei weiteren Personen.

Der Ausbau vor vielen Jahren war nicht genehmigt

Mieter müssen Wohung räumen

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Tatsächlich stellte sich heraus, dass diese Wohnung eigentlich ursprünglich ein Trockenraum war. Auf Anfrage des WDR behauptet der Hausverwalter, dass er nicht gewusst habe, dass die Wohnung nicht abgenommen wurde. Ein offizielles Interview wollte er aber nicht zum Thema geben.

Familie Kühnel wurde jetzt erst einmal in einer städtischen Wohnung untergebracht und hofft, schnell ein neues Zuhause zu finden.

Stand: 11.09.2018, 11:37