Duisburg: Bewohner können in Wohnhaus zurück

Duisburg: Bewohner können in Wohnhaus zurück

Von Michael Jung

  • Haus war einen Monat lang unbewohnbar
  • Grund: Brandschutzmängel
  • Wohnhaus wieder freigegeben

Nach einem Test der Feuerwehr hat die Stadt Duisburg am Freitag (11.01.2019) 16 Eigentumswohnungen im Stadtteil Hochfeld wieder freigegeben. 42 Bewohner hatten vor einem Monat (10.12.2018) ihre eigenen vier Wände innerhalb von Stunden verlassen müssen. Die Stadt hatte zuvor festgestellt, dass die oberen Etagen im Brandfall nicht von außen hätten evakuiert werden können. Sie untersagte die weitere Nutzung der Wohnungen im vierten und fünften Stock.

Durch die Feiertage hatte sich eine Lösung des Problems verzögert. Erst seit Montag (07.01.2019) konnten Bauarbeiter vor dem Haus Bäume fällen und eine provisorisch geschotterte Feuerwehrzufahrt anlegen. Am Freitag rückte die Feuerwehr mit einer Drehleiter an. "Wir wollen wissen, ob der neue Untergrund stabil genug ist für unsere schweren Fahrzeuge", so Feuerwehrchef Oliver Tittmann. Probeweise wurde die Drehleiter bis an den hintersten Balkon in der fünften Etage ausgezogen. Mit dem Resultat zeigte sich Tittmann "voll zufrieden". Unmittelbar danach gab das Bauordnungsamt die Wohnungen wieder frei.

Weihnachten in improvisierten Unterkünften verbracht

"Ich bin zutiefst erleichtert und dankbar", atmete Bewohner Wolfgang Weidemann auf. Sein Nachbar Andreas Pieper ergänzte: "Jetzt brauche ich erst mal Ruhe!" Beide hatten Weihnachten und den Jahreswechsel in improvisierten Unterkünften ihrer Kirchengemeinde verbringen müssen. Andere kamen bei Freunden und Verwandten unter. Die Stadt hatte den Bewohnern Schlafplätze in Turnhallen gegen Bezahlung angeboten. Dies habe jedoch keiner der 42 Betroffenen angenommen.

Die Stadt Duisburg war für ihre kurzfristige Räumung von verschiedenen Seiten kritisiert worden. Ein Sprecher von Haus und Grund nannte die Anordnung überzogen. Mehrere Bewohner erklärten, sie hätten die Feuerwehr selbst vor Jahren auf die mangelhaften Zufahrten hingewiesen und die Antwort bekommen, es gebe keinen Handlungsbedarf. Die Stadt Duisburg bestritt diese Darstellung.

Dezemebr 2018: Feuerwehr stellt mangelhafte Zufahrt fest

Anfang Dezember 2018 hatte die Feuerwehr bei einem Einsatz in der Nähe des Hauses festgestellt, dass das fünfstöckige Gebäude nur von einer Seite durch eine 2,60 Meter hohe Durchfahrt zu erreichen war – zu niedrig für große Rettungsfahrzeuge. Der für die Bauordnung zuständige Duisburger Beigeordnete Andree Haack verteidigte am Freitag (11.01.2019) die harte Haltung der Stadt: Auch über Weihnachten 2018 habe es in Deutschland wieder Hochhausbrände mit einem Toten gegeben. Haack: "Die Gefahr war also nicht nur abstrakt."

Stand: 11.01.2019, 14:37

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