Weniger Polizisten für Duisburg? - Kritik an Innenminister

Symbolbild: Polizist in Uniform

Weniger Polizisten für Duisburg? - Kritik an Innenminister

  • Duisburgs Polizei soll Stellen verlieren
  • Scharfe Kritik von SPD und Polizei-Gewerkschaft
  • In anderen Städten wird aufgestockt

Nach einem Plan von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), soll die Duisburger Polizei weniger Personal bekommen: Insgesamt geht es um fünf Stellen. Die Duisburger SPD und die Gewerkschaft der Polizei kritisieren die Pläne.

„Ich habe dafür kein Verständnis“

Die Duisburger SPD-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp stellt sich klar gegen die Pläne des Ministers: "Ich habe da kein Verständnis für. Wir reden immer darüber, dass Sicherheit wichtig ist, wir reden darüber, dass Duisburg besondere Herausforderungen hat". Vor diesem Hintergrund hält Philipp Stellenstreichungen für falsch.

Weniger Kriminalität gleich weniger Stellen?

Derzeit sind in Duisburg rund 1500 Polizeibeamte im Dienst. Wie viele Beamte in einer Stadt eingesetzt werden, bemisst sich nach verschiedenen Faktoren, wie der Zahl schwerer Unfälle und der Entwicklung der Kriminalität. In vielen Städten wird das Personal deshalb aufgestockt.

In Duisburg hingegen seien die Zahlen seit Jahren rückläufig gewesen, sagt Duisburgs Polizeisprecher Stefan Hausch: "Wir sind bei den Kriminalitätsfällen auf einem 10-Jahres-Tief, wir haben auch weniger schwere Verkehrsunfälle in unserer Stadt. Weniger Belastung bedeutet weniger Personal."

Größere Belastung für die Beamten

Die Gewerkschaft der Polizei in Duisburg (GdP) kritisiert die geplanten Stellenkürzungen dennoch: „Wir haben jetzt schon keine üppige Personalausstattung und trotzdem ist es geschafft worden, mit dem vorhandenen Personal die Kriminalitätsrate zu senken. Ergebnis ist jetzt, noch ein paar Leute weniger. Die Kolleginnen und Kollegen werden für ihre Arbeit bestraft", so der Duisburger GdP-Vorsitzende Harald Jurkovic.

Außerdem seien die Beamten im Alltag größeren Belastungen ausgesetzt. Immer wieder komme es zu Eskalationen bei vermeintlich kleinen Routine-Einsätzen, wo früher ein bis zwei Streifenwagen ausgereicht hätten, müsste man nun mit fünf ausrücken.

NRW-Innenminister Herbert Reul spricht in der Landespressekonferenz über den Verfassungsschutzbericht 2019

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU)

NRW-Innenminister Herbert Reul war selbst am Samstag (15.08.2020) im Rahmen einer groß angelegten Razzia gegen kriminelle Clans in Duisburg. Im Gespräch mit dem WDR räumte er ein, dass es in NRW an Polizisten mangelt. Die Ausbildung weiterer Kräfte koste allerdings Zeit.

Einen Stellenabbau bei der Duisburger Polizei sieht er nicht. De facto würden in Duisburg im kommenden Jahr 30 neue Stellen geschaffen, weil Regierungsmitarbeitende eingestellt würden, die die Polizisten etwa in der Verwaltung entlasten sollen.

Stand: 20.08.2020, 14:14