Duisburg: Jugendliche nach Messerangriff auf Schwangere verurteilt

Hände bei der Urteilsverkündung

Duisburg: Jugendliche nach Messerangriff auf Schwangere verurteilt

  • Täter zu mehrjährigen Jugendstrafen verurteilt
  • Opfer erscheint zur Urteilsverkündung
  • 17-Jährige ist Mutter von einem Sohn

Die Duisburger Jugendkammer hat am Mittwoch (06.03.2019) vier Jugendliche wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchtem Schwangerschaftsabbruch und gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen von vier bis fünfeinhalb Jahren verurteilt. Die Angeklagten im Alter von 16 und 17 Jahren hatten auf dem Duisburger Rheindeich auf eine schwangere Jugendliche eingestochen. Haupttäter und Anstifter der Tat war der ehemalige Freund und Kindsvater. Er wollte das Baby nicht.

Opfer kam zur Urteilsverkündung

Beschützt von der Anwältin erschien das 17-jährige Opfer zur Urteilsverkündung. Für die Rechtsanwältin Kathrin Scharmacher die richtige Entscheidung. "Es war ihr ein Anliegen zu kommen. Sie möchte die Sache auch geistig zum Abschluss bringen. Aber es war auch sehr schwer für sie."

Gesundes Kind trotz Angriff

Seit einem Monat ist die Duisburgerin Mutter eines gesunden Jungen. Doch ihr Mutterglück ist auch mit Ängsten verbunden. "Zum einen ist das ein sehr schönes Erlebnis für meine Mandantin. Sie freut sich, dass das Kind gesund geboren wurde. Gleichzeitig hat es ihr bewusst gemacht, was die Angeklagten ihr beinahe genommen hätten. Sie leidet jetzt sehr stark unter Verlustängsten", so die Anwältin nach der Urteilsverkündung.

Heimtückische Tat

Im September vergangenen Jahres hatte der Ex-Freund sein schwangeres Opfer auf den Duisburger Rheindeich gelockt. Dort warteten drei weiteren Täter im Gebüsch versteckt auf die junge Frau. Zusammen stachen sie auf die fliehende Schwangere ein und verletzten sie mit sieben Messerstichen. Die 17-Jährige konnte entkommen. Das ungeborene Kind wurde durch die Messerattacke nicht verletzt.   

Stand: 06.03.2019, 19:34

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