Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung zahlt wenig

Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung zahlt wenig

Von Stephanie Hajdamowicz

  • Schwerbehinderter Mitarbeiter beklagt sich
  • Geringe Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen bei der WfbM
  • Lebenshilfe NRW fordert angemessene Vergütung der Mitarbeiter

Markus Küpper ist 50 Prozent schwerbehindert und seit vier Jahren in der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) beschäftigt. Er arbeitet 40 Stunden in der Woche in der Gartenpflege und bekommt am Monatsende dafür mit Zulagen 230 Euro. Markus Küpper findet das "zu wenig im Vergleich zu dem üppigen Gehalt der inzwischen entlassenen Geschäftsführerin Roselyne Rogg."

Die verdiente mit ca. 370.000 Euro Jahresgehalt zuletzt mehr als die Bundeskanzlerin. "Ich wünsche mir, dass behinderte Menschen nicht unterbezahlt werden. Wir sind genauso viel Wert wie alle anderen", so Markus Küpper.

Kostenstruktur schuld an der geringen Bezahlung der Behinderten

Auch der Geschäftsführer der Lebenshilfe NRW beklagt die Kostenstruktur der Duisburger Werkstatt. Das Entgelt der Menschen mit Behinderung werde aus dem Arbeitsergebnis gezahlt. "Bei hohen Kosten, wie u.a. ein hohes Gehalt der Geschäftsführung, könne nicht so viel ausgeschüttet werden. Eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung hat in aller erster Linie einen ideellen sozialen Auftrag", sagt Herbert Frings, Geschäftsführer der Lebenshilfe NRW.

"Dabei stehen die Förderung, Qualifizierung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt. Von daher verbieten sich exorbitante Gehälter für Geschäftsführung oder Prestigeprojekte. Die Vergütungen müssen vor dem Hintergrund des sozialen Auftrags und der Gemeinnützigkeit angemessen sein."

Erst vor kurzem hatte die Duisburger Werkstatt ein neues Gebäude mit integrativ geführtem Restaurant und ihrer Ladengalerie Ars Vivendi in der Duisburger Innenstadt bezogen. Umbaukosten: Eine Million Euro. Die Hälfte hat, laut Werkstatt, die Sparkasse übernommen.

Neuer Geschäftsführer sieht Handlungsbedarf bei der Vergütung

Seit dem 11.09.2018 führt Anton Koller die Geschäfte der Duisburger Werkstatt vorübergehend. Er soll den Job bis Juni 2019 ausüben und einen neuen Geschäftsführer finden sowie Mängel identifizieren. Im Gespräch mit dem WDR sagte er, "alle Mitarbeiter der Werkstatt würden nach den gesetzlichen Vorgaben bezahlt."

Allerdings räumte er auch ein, dass "Duisburg im Vergleich zu anderen Werkstätten in NRW bei der Lohnstruktur der Mitarbeiter ganz unten stehe". Das ist auch das Ergebnis einer Umfrage des Landschaftsverbands Rheinland. Daher sieht auch Anton Koller bei die Vergütung der Mitarbeiter einen Handlungsbedarf. 

Stand: 18.12.2018, 10:04