Social Bots: Schon wenige lenken Meinung

Social Bots - welchen Einfluss haben sie?

Social Bots: Schon wenige lenken Meinung

  • Wissenschaftler kreieren künstliches Netzwerk
  • Clever eingesetzte Bots beeinflussen Stimmung
  • Software-Roboter sind gut erkennbar im Netz

Mit künstlich produzierten Social Bots kann die Stimmung in den Sozialen Medien deutlich beeinflusst werden. Das gab ein Team von Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen am Montag (11.02.2019) bekannt.

Dem virtuellen Experiment zufolge reichen dafür nur wenige Software-Roboter aus. "Wie stark Bots die Nutzer beeinflussen, war bislang nicht nachzuweisen, weil die wissenschaftlichen Methoden fehlten", so der Projektleiter der UDE Björn Ross.

Versuchsgruppe war virtuell

Um herauszufinden, wie die Computer-Roboter die Meinung beeinflussen, haben die Wissenschaftler ein Netzwerk mit tausend virtuellen Benutzerkonten angelegt. In dieser geschlossenen Gruppe wurde eine ausgewogene Meinung zu verschiedenen Themen simuliert. 50 Prozent der künstlichen Nutzer hatten eine positive Meinung, die andere Hälfte eine negative. Doch welche Meinung gewinnt die Oberhand, wenn die Social Bots ins Spiel kommen?

Die Minderheit schweigt

Laut dem Co-Autor des Berichts ist aus der Forschung bekannt, dass Menschen sich weniger trauen, ihre Meinung zu vertreten, wenn sie sich damit in der Minderheit wähnen. So stellten die Wissenschaftler fest, dass bei einer kontroversen Diskussion die digitalen Roboter eine bestimmte Meinung unterstützen können. Das habe den Effekt, dass die Haltung als dominant wahrgenommen werde und ein falscher Stimmungseindruck entstehe. Daraufhin verändere sich das Meinungsverhältnis von 50 Prozent auf zwei Drittel zu Gunsten der Bots.

Die Wirksamkeit der Bots hängt dabei nicht einmal so sehr von der Qualität ihrer Programmierung ab, erklären die Forscher in ihrem Bericht. Auch die Platzierung und die Verbindung zu den Nutzern spielt eine Rolle bei der Einflussnahme.

Meinungsmache durch Social Bots

Themen künstlich nach vorne zu bringen, Debatten zu verfälschen oder gar politische Wirkung zu provozieren, das ist durch clever programmierte Bots möglich, zeigt die Studie. Derzeit sind die Software-Roboter jedoch gut erkennbar im Netz.

Kennzeichnungspflicht für Bots

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 20.12.2018 05:55 Min. WDR 5

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Stand: 11.02.2019, 18:40

Kommentare zum Thema

8 Kommentare

  • 8 Peter Miessner 13.02.2019, 15:20 Uhr

    Ich habe immer mehr den Eindruck, man will den Systemkritikern weiss machen, sie wären mit ihrer kritischen Sicht alleine. Die anderen sind alle nur Bots ;-) Also meine Meinung zu bestimmten Themen wird durch solche Berichte nicht geändert...

  • 7 Josch 13.02.2019, 08:48 Uhr

    Vergleiche dazu die Artikel von Volker Riek in der FAZ zur Bot-Attacke auf das EU Parlament Gerade im Moment läuft eine Bot Aktion gegen die Urheberechtsrichtlinie der EU. Gespenstisch!

  • 6 Maik 13.02.2019, 05:01 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

    Antworten (1)
    • Heinz 13.02.2019, 08:21 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 5 J. Stillger 13.02.2019, 00:19 Uhr

    und woran erkennt man künstliche Meinungsmacher im Netz, z.B. bei Facebook? Zur Meinungslenkung ist z.B. eine Zensur im Sinne von Heiko Maas durch Julia Schramm bei der Amadeu-Antonio-Stiftung viel wirkungsvoller.

  • 4 Anonym 12.02.2019, 23:34 Uhr

    Sowas, selbst hier sind solche Bots am Werk. Zum Glück kann man die recht leicht an ihrem typischen Bot-Sprech erkennen, der an die Ossi-Sprache angelehnt ist, und für den typisch ist, dass kein Beitrag ohne Wortschöpfungen und Begriffe wie "Alt-Parteien", "gleichgeschaltet" "Asylant" und "Flüchtling" auskommt. Außerdem sieht die Programmierung vor, dass immer mindestens eine Verschwörungstheorie verbreitet wird. Leider ist die Software inzwischen total veraltet, so, dass diese Dinger echt nur noch langweilen!

    Antworten (1)
    • Heinz 13.02.2019, 09:46 Uhr

      Vielleicht gibt es jetzt sogar schon Bots, die andere "Alte Bots" denunzieren. Die neuen Bots verwenden dann vielleicht Begriffe wie z.B. "Ossi-Sprache" oder Ähnliches. Die neuen Bots hätten dann gelernt, dass Denunzieren ein einfaches, aber manchmal starkes Mittel ist um andere Meinungen zu unterdrücken. Müsste man auch noch mal in der Programmierung überarbeiten.

  • 3 Ilse 12.02.2019, 17:00 Uhr

    Also sind jetzt die Bots an Allem schuld? Ich glaube die Menschen lassen sich nicht von Bots beeinflussen. Selbst wenn, muss man sich die Frage stellen, warum es in der heutigen Zeit Bots schaffen würden, Meinung/Stimmungen so schnell zu kippen. Meiner Meinung nach ist das hier der klägliche Versuch, die Leute für blöd zu verkaufen. So nach dem Motto, nur die schlauen Leute wählen die Alt-Parteien, die Dummen lassen sich von dummen Bots lenken. Einfach lächerlich, dieser mediale Versuch.

  • 2 Norbert Hagener 12.02.2019, 16:33 Uhr

    "Derzeit sind die Software-Roboter jedoch gut erkennbar im Netz." Außer für Journalisten. Diese berichteten sowohl bei der Wahl für Trump wie auch bei der letzen BTW für die AFD über "Russische bots" die angeblich die Wahl manipuliert hätten. Nachträgliche Auswertungen ergaben dass dies frei erfunden war und in keiner Form stattgefunden hatte. Trotzdem glaubt ein nicht unerheblicher Teil der amerikanischen Bevölkerung Russland hätte die letzen Wahlen manipuliert. Das führt zu folgender Schlußfolgerung: Schon wenige Journalisten-NPCs können durch Falschbehauptungen einen relevanten Teil der Bevölkerung beeinflussen. Weit mehr als dies mit Botprogrammen möglich wäre.

  • 1 Bots ? 12.02.2019, 15:04 Uhr

    Manche gleichgeschaltete Medien tun das schon seit 2015 im Sinne von Frau Merkel. Sie versuchen uns eine heile Welt vorzugaukeln. Und unterlassen alles was der Flüchtlingspolitik schaden könnte. Indem sie keine Berichte schreiben in denen kriminelle Flüchtlinge auffällig geworden sind. Es passieren täglich neue Verbrechen in denen Asylanten eine Rolle spielen.