Duisburger diskutieren über Loveparade-Gelände

Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Duisburg (Nordrhein-Westfalen), am 19.09.2017 mit einer Drohne fotografiert.

Duisburger diskutieren über Loveparade-Gelände

Von Benjamin Sartory

  • Bürgerveranstaltung zum Loveparade-Gelände in Duisburg
  • Einige Teilnehmer enttäuscht
  • Loveparade-Gedenkstätte soll erhalten bleiben

Das brach liegende frühere Loveparade-Gelände am alten Duisburger Güterbahnhof soll endlich bebaut werden. 2010 waren dort auf der Technoparty 21 Menschen ums Leben gekommen. Montagabend (18.11.19) konnten Bürger Ideen für eine Bebauung einbringen.

Gedenkstätte soll bleiben

Die Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer am 24.04.2017 in Duisburg

Loveparade Duisburg Gedenkstätte

Die Teilnehmer trugen auf Flipcharts viele Vorschläge zusammen, darunter unter anderem eine Markthalle, Räume für Kultur und Nachtleben sowie ein Freizeitbad.

Kurz davor hatte die stadteigene Immobilientochter GEBAG aber klar gemacht, dass es zwar noch Planungsspielraum gebe. Der Bau von Büros und Wohnungen sei aber neben Grünanlagen "alternativlos". Allerdings solle die Gedenkstätte für die Opfer des Loveparade-Unglücks erhalten bleiben.

Teilnehmer enttäuscht über "Frontalunterricht"

Teilnehmerin am Ideen-Flipchart

Teilnehmerin am Ideen-Flipchart

Einige Teilnehmer zeigten sich enttäuscht. "Ich hätte gerne mal was für die Menschen gehört", sagte zum Beispiel die Duisburgerin Jacqueline Eylander. Aus ihrer Sicht könnte man auf dem Gelände zum Beispiel Angebote für Kinder oder Jugendliche schaffen. Ein anderer Teilnehmer fühlte sich an "Frontalunterricht" der Planer erinnert.

Auf der 30-Hektarfläche hatten wechselnde Eigentümer sowohl vor als auch nach der Loveparade immer wieder eine Bebauung geplant. Doch aus unterschiedlichen Gründen scheiterten unter anderem ein Wohn- und Büroviertel, ein Möbelmarkt und ein Outlet-Center. Zuletzt konnte die Stadttochter GEBAG das Grundstück kaufen und hat dort somit die Planungshoheit.

Weitere Bürgerveranstaltung geplant

Die Stadtspitze sieht das sehr zentral gelegene Grundstück als Riesenchance. "So eine Fläche gibt es kein zweites Mal in Deutschland", meinte Oberbürgermeister Sören Link auf der Veranstaltung. Und räumte ein, dass es bei den Plänen am Ende wohl keinen Konsens mit allen geben werde.

Die Kritik und die Ideen der Duisburger sollen jetzt bearbeitet werden, für nächstes Frühjahr ist dann eine weitere Bürgerveranstaltung geplant.

Stand: 19.11.2019, 07:35