Polizei löst Pro-Palästina-Demo in Duisburg auf

Pro Palästina Demonstranten in Duisburg

Polizei löst Pro-Palästina-Demo in Duisburg auf

Statt 50 Teilnehmer kamen am Sonntag rund 700 Menschen zu einer Pro-Palästina-Demo in Duisburg. Die Polizei musste einschreiten.

50 Teilnehmer hat eine junge Frau der Polizei bei der Anmeldung der Demonstration in Duisburg angekündigt. Doch weil schon im Vorfeld Hunderte in den sozialen Medien ihre Teilnahme ankündigen, ist die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz. 

Abstände nicht eingehalten

Pro Palästina Demonstranten in Duisburg

Aus 50 Teilnehmern wurden 700.

Als die Veranstaltung gegen 17 Uhr beginnt, sind rund 700 Menschen auf dem Platz vor dem Duisburger Hauptbahnhof. "Bitte keine Hassreden gegen Juden, und bitte haltet Euch an die Abstände!", ruft die mit der Situation sichtbar überforderte Anmelderin durch einen Lautsprecher. Doch kaum einer hält sich an die Abstände. Die Frau erklärt gegenüber der Polizei ihre Veranstaltung nach einer halben Stunde für beendet. Die Situation sei ihr über den Kopf gewachsen. 

Jetzt muss die Polizei dafür sorgen, dass die Veranstaltung friedlich zu Ende geht. Dabei wolle man verhältnismäßig agieren, erklärt Polizeisprecher Jonas Tepe. Kurz darauf treffen zusätzliche Polizisten einer Hundertschaft ein und beziehen am Rand der Demonstration Stellung. Immer wieder ruft ein junger Mann durch einen Lautsprecher, dass die Demo beendet sei und bitte alle den Platz verlassen sollen. Ein harter Kern aus etwa 200 Teilnehmern ignoriert diesen Aufruf und skandiert weiter Parolen in deutscher, englischer und arabischer Sprache.

Wegen der antisemitischen Entgleisungen bei Anti-Israel Demos in den vergangenen Tagen hat die Polizei einen Dolmetscher im Einsatz. Er soll Parolen und Plakate für Polizei und Staatsanwaltschaft übersetzen. Dabei stuft die Duisburger Staatsanwaltschaft zum Beispiel die Parole "Israel Kindermörder" als nicht strafbar ein. 

Stimmung aufgeheizt, aber weitgehend friedlich

Pro Palästina Demonstranten in Duisburg

Die Polizei hatte die Lage im Griff.

Insgesamt ist die Stimmung zwar teilweise aufgeheizt, aber im Großen und Ganzen friedlich. Ein Student aus Essen sagt, dass er die antisemitischen Äußerungen bei den anderen Demonstrationen verurteilt. "Wir haben nichts pauschal gegen Juden, aber wir stellen uns klar gegen die Politik des Staates Israel." Auffällig ist, dass neben der palästinensischen Flagge auch viele Teilnehmer türkische Flaggen hochhalten. 

Ein Hagelschauer zur rechten Zeit

Nach anderthalb Stunden verlagert sich ein Teil der Demonstration in die Duisburger Innenstadt. Die Polizei muss mit Mannschaftswagen und Beamten nachrücken, um auch die letzten Teilnehmer davon zu überzeugen, nach Hause zu gehen. Letztlich ist es ein Hagelschauer, der den Beamten diese Arbeit enorm erleichtert.

Am Ende des Tages muss keine einzige Strafanzeige geschrieben werden. Allerdings erwartet fünf Teilnehmer ein Bußgeld, wegen Verstößen gegen die Corona Schutzverordnung. 

Demos in mehreren Städten

Angesichts der Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der palästinensischen Hamas im Nahen Osten war es am Wochenende in mehreren Städten zu Demonstrationen gekommen. Es kam zu Zwischenfällen und Ausschreitungen, die schwersten Krawalle gab es in Berlin.

Stand: 16.05.2021, 22:46

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