Kettensäge als Türöffner - Große Drogenrazzia in NRW

Kettensäge als Türöffner - Große Drogenrazzia in NRW

Die Polizei hat am Donnerstag Gebäude in mehreren NRW-Städten durchsucht und sieben Personen festgenommen. Sie sollen professionelle Marihuana-Plantagen betrieben haben.

Die Sondereinheiten haben sich zum Teil mit Kettensägen Zugang in Gebäude verschafft. In mehreren NRW-Städten gab es am frühen Donnerstagmorgen Durchsuchungen. Wie es aus Sicherheitskreisen heißt, waren rund 200 Kräfte im Einsatz - in Gelsenkirchen, Duisburg, Essen, Bochum, Herne, Lohmar, Wiehl, Iserlohn und Engelskirchen. Es geht um Drogenanbau und Handel im großen Stil.

Marihuana-Plantagen entdeckt

In einem ehemaligen Möbelhaus in Gelsenkirchen hat die Polizei eine Hightech-Marihuana Plantage entdeckt. Die Ermittler staunten über die professionell eingerichtete Technik zur Beleuchtung und Belüftung der Pflanzen. Für den Abtransport der über 2.600 Pflanzen musste die Polizei sogar Lastwagen anmieten.

Bei der Razzia, die die Polizei in Hagen geleitet hat, gab es insgesamt sieben vorläufige Festnahmen. Der mutmaßliche Drahtzieher der Bande wurde in Duisburg festgenommen. Insgesamt laufen derzeit 16 Ermittlungsverfahren gegen Beschuldigte.

Chats führten Ermittler auf Spur

Auslöser der Razzien waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft sogenannte Encrochat-Daten. Der Messenger-Dienst werde vor allem von Kriminellen genutzt. Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich gelang es im Vorjahr, mehr als 20 Millionen geheimer Nachrichten abzuschöpfen.

60 000 Teilnehmer hätten den aufwendig verschlüsselten Chatdienst genutzt, weil es hieß, die Technik sei schwer zu knacken. Für die Razzia heute hatten die deutschen Ermittler die Daten von der französischen Polizei bekommen.

Stand: 21.10.2021, 15:04