Dortmunder Ameisenbären sollen abspecken

Tierärztinnen füttern Ameisenbär-Dame

Dortmunder Ameisenbären sollen abspecken

Von Daniel Schmitz

  • Tierärztin forscht an gesünderem Futter
  • Doktorarbeit kurz vor dem Abschluss
  • Viele andere Zoos interessiert

Die Ameisenbären im Dortmunder Zoo sind etwas größer und dicker als ihre Artgenossen in freier Wildbahn. Der Zoo arbeitet deshalb an einem gesünderen Futter für die Tiere. Eine Doktorarbeit steht kurz vor dem Abschluss.

Hauptstadt der Ameisenbären

Dortmund ist bekannt für den BVB, für Kohle, Stahl und Bier. In Zoo-Fachkreisen gilt die Stadt aber auch als "Welthauptstadt der Großen Ameisenbären". Denn in Dortmund wurden mehr Große Ameisenbären geboren als in jedem anderen Zoo weltweit. Außerdem wird hier das Internationale Zuchtbuch für die Ameisenbären koordiniert.

Es ist also keine Überraschung, dass Dortmund nun auch Standort für ein ganz besonderes Forschungsprojekt ist: Im Rahmen ihrer Doktorarbeit entwickelt Zoo-Tierärztin Johanna Steinecker eine neue, gesündere Futtermischung für die Tiere.

"Schmeckt wie Hühnchenfleisch mit Sand gemischt"

Seit mehr als einem Jahr arbeitet Steinecker schon an der optimalen Rezeptur. Um genau bestimmen zu können, wieviele Proteine, Kohlenhydrate und Fette die Tiere in ihrem Futter brauchen, hat sie die Tiere regelmäßig gewogen, ihnen Blut abgenommen, ihren Kot eingesammelt und alle Daten ausgewertet.

Tierärztin bereitet Ameisenbär-Futter zu

Tierärztin Johanna Steinecker rührt durch das neue Ameisenbär-Futter.

Die Begeisterung der Tiere fällt unterschiedlich aus. "Die Tiere, die über Jahre das alte Futter, das etwas zu nahrhaft war, gefressen haben, sind da ein bisschen mäkelig. Die Tiere, die ein bisschen jünger sind und einfach gar kein anderes Futter kennen, fressen das Futter aber mit großer Begeisterung", sagt Johanna Steinecker. Sie hat das Futter auch selbst probiert und sagt: "Für einen Menschen schmeckt es wie Hühnchenfleisch mit Sand gemischt."

Futter soll zum Standard in Europas Zoos werden

Mit ihrer Doktorarbeit befindet sich Steinecker jetzt auf der Zielgeraden. Demnächst will sie letzte Futter- und Kotproben im Labor auswerten. Außerdem stehen Besuche in anderen Zoos an, in denen ihr Futter ebenfalls getestet wird. In einem Jahr will Steinecker das Forschungsprojekt abschließen.

Ameisenbär-Fütterung

Ameisenbär-Dame Dolores schmeckt das neue Futter.

Danach sollen aber nicht nur die Ameisenbären in Dortmund ihre neue Futtermischung fressen. "Unser Ziel ist es, dass wir das optimale Ameisenbär-Futter entwickeln, das später möglichst viele Zoos und Tierparks in Europa ihren Tieren geben", sagt sie.

Ameisenbären auf Diät

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 14.08.2019 03:35 Min. Verfügbar bis 12.08.2020 WDR 5 Von Daniel Schmitz

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Stand: 14.08.2019, 07:20

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