Prozess: Wie schwarz muss ein Grabstein sein?

Ein Friedhof in einem Waldstück: Vier Grabsteine sind in Nahaufnahme abgelichtet, darunter drei mit steinernen Kreuzen und ein Grabstein mit Kreuz, an dem eine Frauenfigur, die ein Kind umarmt, eingemeißelt ist.

Prozess: Wie schwarz muss ein Grabstein sein?

  • Klägerin hatte in erster Instanz Recht bekommen
  • Grabstein war ihr nicht schwarz genug
  • Hammer Richter sahen das anders

Wie schwarz muss ein Grabstein sein? Mit dieser Frage hat sich am Donnerstag (24.05.2018) das Oberlandesgericht Hamm befasst. Es ging um eine Rückzahlung von 13.500 Euro.

Klägerin hatte zunächst Recht bekommen

Das Grabmal in Castrop-Rauxel hat mehrere Säulen aus schwarzem Naturstein, der aus Indien kommt. Doch mit der Zeit gab es graue Stellen im Stein. Die Klägerin aus Dortmund fühlte sich getäuscht. Der Steinmetz sollte den Stein zurücknehmen und die Kosten von 13.500 Euro zurückzahlen. In erster Instanz hatte sie vor dem Landgericht Dortmund Recht bekommen.

Einsprengsel bei Naturstein normal

In der Berufungsverhandlung vor dem OLG Hamm kamen die Richter am Donnerstag zu einem anderen Schluss. Zwar hätte der Handwerker seine Kundin besser informieren müssen, aber die gräulichen Einfärbungen seien bei Naturstein normal - und auch so unauffällig, dass eine komplette Rückzahlung übertrieben sei. Also gab es einen Vergleich: Der Steinmetz muss nur zehn Prozent der Kosten erstatten.

Stand: 24.05.2018, 12:22