Weniger Autos: So will Dortmund die Innenstadt umgestalten

Ein Radweg und ein dicht daneben fahrendes Auto

Weniger Autos: So will Dortmund die Innenstadt umgestalten

Von Michael Westerhoff

Dortmund will den Autoverkehr aus der Innenstadt verbannen, zumindest teilweise. Der Wall soll fahrrad- und fußgängerfreundlich umgebaut werden.

Vier Szenarien hat die Stadt zusammen mit einem Planungsbüro entwickelt. Die Vorschläge reichen von der Einrichtung von Bus- und Fahrradspuren bis hin zur teilweisen Sperrung des Wallrings, der um die Dortmunder Innenstadt führt.

Weniger CO2, weniger Lärm

Ziel ist es, den Autoverkehr und damit CO2-Emmissionen und den Lärm zu reduzieren. Die Stadt will die Verkehrswende einleiten und den Radverkehr fördern. Gleichzeitig sollen die Radfahrer sicherer unterwegs sein. Bisher sind die Radwege rund um den Wall sehr schmal.

Vorschlag 1: Umweltspur

Vorschlag 1 sieht eine Umweltspur vor

Einrichtung einer Umweltspur im nördlichen Teil des Walls in Höhe des Hauptbahnhofs. Diese darf nur von Bussen und Radfahrern genutzt werden. Eine der jeweils drei Fahrspuren entfällt. Parkplätze um den Wall fallen weg.

Vorschlag 2: Einbahnstraße

Vorschlag 2 sieht eine Einbahnstraße vor

Einrichtung einer Einbahnstraße. Der Wall ist nur noch gegen den Uhrzeigersinn befahrbar. Die inneren Fahrspuren sind für Radfahrer und Fußgänger. Die Parkflächen bleiben. Nachteil: Der Verkehr wird teilweise auf umliegende Straßen verdrängt.

Vorschlag 3: Zwei statt drei Fahrspuren

Vorschlag 3 sieht zwei statt drei Fahrspuren vor

Statt wie bisher drei nur zwei Fahrspuren in beide Richtungen. Die frei werdende Spur wird von Radfahrern und Fußgängern genutzt. Parkplätze bleiben. So wird wenig Verkehr in die umliegenden Straßen gedrängt.

Vorschlag 4: Teilweise Sperrung des Walls

Vorschlag 4 sieht teilweise Sperrung des Walls vor

Nur Busse, Taxen und Radfahrer dürfen den Abschnitt zwischen Freistuhl und Bahnhofstraße benutzen. Außerdem wird im nördlichen Teil der Innenstadt eine Umweltspur eingerichtet. Vor dem Fußballmuseum entsteht ein großer autofreier Platz. Autofahrer müssen diesen Bereich durch die Nordstadt umfahren. Der restliche Wall bleibt dreispurig, aber einige Parkflächen fallen weg.

Einzelhändler fürchten ausbleibende Kunden

Die vier Vorschläge treffen bei den Einzelhändlern in der Innenstadt auf wenig Gegenliebe. Tobias Heitmann, Sprecher der City-Kaufleute, fürchtet, dass auswärtige Kunden und Dortmunder aus den Vororten nicht mehr in die Innenstadt zum Einkaufen kommen: "Man kann den Kunden nicht vorschreiben, wie sie in die Stadt kommen. Wir müssen aufpassen, dass wir keine Kunden verlieren."

ADFC will Radwege quer durch die Innenstadt

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) findet die Vorschläge dagegen gut. Er weist aber darauf hin, dass nur wenige Radfahrer die Wege rund um den Wall benutzen würden. Radfahrer würden meist den direkten Weg nehmen, deshalb seien andere Maßnahmen wichtig - etwa Radwege quer durch die City. Außerdem befürwortet der ADFC den Wegfall aller oberirdischen Parkplätze und eine Buslinie rund um den Wall.

Online-Diskussion mit den Bürgern am Donnerstagabend

Wann mit den Bauarbeiten begonnen werden soll, steht noch nicht fest. In einem ersten Schritt sollen die Vorschläge am Donnerstagabend mit den Bürgern online diskutiert werden.

Stand: 28.01.2021, 07:00