Stadt Dortmund verteilt 265 Knöllchen an Obdachlose

Stadt Dortmund verteilt 265 Knöllchen an Obdachlose

  • 20 Euro für Übernachtung im Freien
  • Ordnungsamt handelt nur nach Beschwerden von Anwohnern
  • Soziale Einrichtungen schlagen Alarm
Kommentare (42)

Zur Diskussion über die Maßnahmen gegen Obdachlose

Stefan ist 39 Jahre alt und seit fast zwei Jahren obdachlos. In den vergangenen Monaten hat er drei Knöllchen bekommen, weil er im Freien geschlafen hat. Lagern und Campieren heißt das in der Amtssprache und wird mit 20 Euro bestraft. Viel Geld für jemanden, der auf der Straße lebt.

Knöllchen mit Folgen

Mann mit langen braunen Haare und Bart vor Betonwand, die mit Graffitti besprüht ist

Stefan aus Dortmund lebt auf der Straße.

Laut Ordnungsamt gab es 464 Maßnahmen gegen Obdachlose allein in diesem Jahr. Davon wurde 265 mal ein Verwarngeld erhoben, also ein Knöllchen ausgestellt. Wer nicht zahlt, bekommt ein Bußgeld. Wer auch das nicht zahlt, kann in Ersatzhaft genommen werden. Also Gefängnis, weil der Obdachlose draußen geschlafen hat.

Stadt reagiert nur auf Beschwerden

Ihre Mitarbeiter machen keine Jagd auf Obdachlose, stellt Ordnungsamtschefin Beate Siekmann klar. Aber wenn es konkrete Beschwerden von Anwohnern gebe, müsse man handeln. Besonders rund um das Dortmunder U sei das in den letzten Monaten häufig der Fall gewesen. Lärm, Urinieren und Müll: Darüber beschweren sich die Anwohner. Treffe ein Team des Ordnungsamtes einen Obdachlosen an, bekäme er einen Platzverweis. Treffe man ihn erneut an, wird ein Knöllchen fällig, so Beate Siekmann.

Andere Städte handeln milder

Dortmunder Obdachlose erzählen uns, dass man in den Nachbarstädten deutlich entspannter mit ihnen umgeht. Auf unsere Nachfrage bestätigen Essen und Hamm, dass sie keine oder nur sehr wenige solcher Knöllchen verteilen. In der Regel bliebe es bei Platzverweisen. Bastian Pütter von der Obdachlosenzeitung Bodo e.V. hält die Geldstrafen gegen Obdachlose in Dortmund für absurd.

Fehlender Schutz für obdachlose EU-Bürger

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen | 14.11.2018 | 03:49 Min.

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Stand: 15.11.2018, 06:00

Kommentare zum Thema

42 Kommentare

  • 42 Wolfgang schulze 17.11.2018, 04:38 Uhr

    Ja spinnen die da alle in Dortmund wie kann man so armen Menschen noch Geld abnehme das grenzt ja schon an raubritter ihr solltet euch schämen. Stehlt doch lieber für diese Menschen Übernachtung möglich zurverfügung . Bei Asylanten geht es doch auch.

  • 41 Der Kommertarschreiber 16.11.2018, 23:39 Uhr

    Ja die Obdachlosen müssen draußen schlafen wie Ratten. Kommen halt aus einem falschen Land und haben vermutlich auch noch Ausweispapiere

  • 40 Birgit 16.11.2018, 21:59 Uhr

    Pfui Dortmund

  • 39 Carolyn 16.11.2018, 21:09 Uhr

    Es ist eine absolute Schande und zugleich ein Armutszeugnis für Deutschland, das es überhaupt obdachlose Mitbürger in Deutschland gibt????????????!!!!!!!!! Wenn ein,, deutscher " auf der Straße lebt ist es ok, aber bloß kein ausländischer Bürger... Dann wären wir doch alle rechtsradikale. ARMES DEUTSCHLAND

  • 38 Irene Fuchs 16.11.2018, 21:02 Uhr

    Ich finde es so beschämend, das man Obdachlosen statt einer konstruktiven Perspektive bietet, bestraft man diese mit Geldstrafe und nimmt ihnen noch das bisschen, was sie sich durch Flaschen sammeln und betteln zusammenkratzen, weg und lässt sie real verhungern, weil man Ihnen das bisschen Geld wegnimmt . Es ist eine Schande.

  • 37 Heike Jarosz 16.11.2018, 15:55 Uhr

    Eine Schande ist Dortmund: diejenigen, die nicht mal ein Obdach haben auch noch mit Geldstrafen auszunehmen. Stellt ihnen doch Wohnungen zur Verfügung! Gerade jetzt, wo die kalte Jahreszeit kommt. Dortmund ist sozial schwach! Armselig, einfach nur armselig.

  • 36 Stolz Carina 16.11.2018, 13:53 Uhr

    Anstatt Geldbußen ,sollte man ihnen eine Unterkunft stellen mit Sanitäranlagen so wie es unsere neuen Mitbürger auch erhalten wo keine Deutsche Herkunft haben....ich finde es absolut widerlich Menschen wo in Not sind auch noch dafür zu bestrafen....Deutschland wird immer widerlicher zu seinem eigenen Volk ...

  • 35 Grey Wolf 16.11.2018, 13:49 Uhr

    Ist schon Pervers das sicht die Stadt, an den schwächsten der Nation bereichert.

  • 34 Conni Stefanski 16.11.2018, 13:39 Uhr

    Und sie sprechen tatsächlich von "Tätern"?! Erst macht eine korrupte Politik und eine ignorante Gesellschaft sie obdachlos ... und dann sollen sie sich am besten noch in Luft auflösen? Und lasst Euch gesagt sein, Ihr, die Ihr da die Nase rümpft in Eurer satten Welt: "Woher kann ich wissen, wie viel Widerstandskraft gegen Armut du hast, wenn du im Gelde schwimmst?" *Seneca Nehme jenen, die da fett und dick in ihren Statussymbolen hocken und sich im Sozialdarwinismus suhlen wie die Schweine im Schlamm ... einmal alles weg ... nur wenige Tage würden sie auf der Straße überleben. Wer also bitte ist hier der Starke? Wem zollt der wahre Respekt? Wenn eine freie Gesellschaft den Vielen, die (finanz)arm sind, nicht helfen kann, kann sie auch die wenigen nicht retten, die (finanz)reich sind. *J.F.K

  • 33 Mike Strenggehem 16.11.2018, 13:37 Uhr

    Unmöglich und mir als noch nicht ausgestoßenem einfach peinlich. Wünsche jedem welcher solche Maßnahmen beschließt, anordnet, durchsetzt und dann dem ja wohl nicht zahlungsfähige MENSCHEN Buß?eld verschreibt, eine Woche im freien ohne allem. Wäre gerade eine gute Jahreszeit zum üben und zur Vernunft zu kommen..........

  • 32 Chris 16.11.2018, 13:35 Uhr

    Ich war selbst gut 2 Jahre auf der Straße es ist nicht einfach da wieder raus zu kommen ich setzte mich in Neuss und Düsseldorf öffters zu solchen Menschen Trinke mit denen einen und bringe Ihnen was zu Essen mit die meisten unterkünfte sind überfüllt oder mann wird sogar darin noch bestohlen von welchen die in der selben situation sind . Das einzigste was ich an den Beschwerden verstehe ist das wild pinkeln und den müll überall rumwerfen nur zb wo gibt es noch Öffentliche Wc die nicht nen Euro kosten ???? eher sehr selten