Nach tödlicher Messerattacke: Das hat sich in Dortmund-Hörde verändert

Jugendliche nachts auf der Straße in Dortmund-Hörde

Nach tödlicher Messerattacke: Das hat sich in Dortmund-Hörde verändert

Von Christof Voigt

  • Streetworker sind als Schlichter unterwegs
  • Jugendliche im Stadtteil fühlen sich ausgegrenzt
  • Stadt will Jugendzentrum bauen

Es war ein Fall, der in Dortmund-Hörde viele Menschen erschüttert hat: Im Februar kommt es in der Nähe des Bahnhofs zu einem Streit, bei dem eine 15-Jährige stirbt. Seitdem sind Streetworker der Stadt ständig in Hörde unterwegs.

Langsam entwickle sich ein Vertrauensverhältnis zu vielen Jugendlichen im Stadtteil, erzählt Annette Frenzke-Kulbach, Leiterin des Dortmunder Jugendamtes. Das bestätigen auch einige Jugendliche, mit denen wir vor Ort sprechen. Die Streetworker versuchen, mögliche Streitereien schon im Vorfeld zu schlichten. Sie helfen aber auch bei einfachen Fragen, etwa wo die Jugendlichen abends in Ruhe abhängen können.

Dass viele Teenager mittlerweile mit Messern und anderen Waffen rumlaufen, können die Jugendamtsmitarbeiter nicht ausschließen, sagt Frenzke-Kulbach: „Die Streetworker durchsuchen nicht die Taschen. Aber sie reden mit den Jugendlichen und können sehen, ob es zum Beispiel ein aggressives Verhalten gibt und ob eine Situation plötzlich explodieren könnte.“

Jugendliche im Stadtteil fühlen sich von Polizei vertrieben

Die Arbeit der Streetworker scheint anzukommen, die der Polizei weniger. Die Jugendlichen, mit denen wir uns im Stadtteil unterhalten, erzählen, dass die Polizei sie überall nur vertreibe. Ständig würden sie grundlos kontrolliert, müssten ihre Personalien angeben. Manchmal gehe es dabei auch ziemlich ruppig zu.

Die Polizei war nach der Tat häufiger vor Ort. Mittlerweile seien diese Einsätze aber zurückgefahren worden, sagt eine Polizeisprecherin. Alle Kontrollen seien im Rahmen gewesen, übertriebene Härte habe es dabei nicht gegeben. Zurzeit gebe es keine Auffälligkeiten in Hörde, sagt die Polizei.

Neues Jugendzentrum geplant

Baustelle unter Autobahnbrücke

Im November soll hier ein Jugendzentrum entstehen

Damit die Jugendlichen in Hörde künftig eine Anlaufstelle haben, plant die Stadt einen Jugendtreff in der Nähe des Phoenixsees aufzumachen. Das hatte sie schon im März, wenige Wochen nach der Tat, verkündet.

Passiert ist bislang noch nicht viel, das liege an Verzögerungen in der Bauplanung, sagt die Stadt. Im November soll das neue Jugendzentrum in Dortmund-Hörde eröffnet werden.

Stand: 08.08.2018, 20:08