Unfall mit Gefahrgut-Lkw: Zwischenfall bei der Sicherung

Die giftige Flüssigkeit wird in einen anderen Lkw gepumpt

Unfall mit Gefahrgut-Lkw: Zwischenfall bei der Sicherung

Nach einem Unfall mit einem Gefahrgut-Lkw in Dortmund ist es gestern Abend bei der Sicherung zu einem Zwischenfall gekommen. Eine giftige Chemikalie lief aus.

Am Freitagnachmittag war ein Gefahrgut-Lkw im Dortmunder Westen in der Nähe des Hafens auf einer autobahnähnlichen Straße umgestürzt, ohne dass ein anderes Fahrzeug beteiligt war. Der 55-jährige Fahrer aus Köln wurde dabei nur leicht verletzt, und der Gefahrstofftank blieb dicht.

Die Feuerwehr sicherte mit Spezialkräften den Einsatz und übergab danach an eine Bergungsfirma. Eine weitere beauftragte Firma pumpte schließlich die giftige Flüssigkeit aus dem Unfall-Transporter in einen anderen. Es handelt sich um Naphthalin. Gegen Mitternacht passierte es dann: Die Flüssigkeit lief nicht - wie geplant - in den Ersatz-Silo-Lkw, sondern daneben.

Naphthalin ist giftig für Menschen und Umwelt

40 Feuerwehrleute rückten an – darunter Chemie-Spezialkräfte. Sie sicherten aufwändig den ausgetretenen Stoff. Warum beim Abpumpen etwas schief lief, ist noch unklar. Auch wie groß der Umweltschaden ist. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach von 500 bis 1.000 Litern, die in die Kanalisation, auf die Straße und auf den Grünstreifen gelangt seien.

Der Stoff habe sich erhärtet. Naphthalin sei wie eine Art Wachs, das während des Transports erhitzt wird. Kühlt es auf Zimmertemperatur oder darunter ab, wird es sofort fest. Der Stoff ist aber auch in fester Form giftig für Mensch und Umwelt, gilt sogar als krebserregend.

Unfallursache ist noch unklar

Gefahrguttransporter wird geborgen

Gefahrguttransporter wird geborgen

Erst am Samstagnachmittag war der Unfall- Lkw vollständig leer gepumpt und es konnte mit der Bergung begonnen werden, die bis zum Abend dauerte. Warum der Gefahrgut-Transporter umgekippt ist, ermittelt nun die Polizei. Sie war am Samstagmorgen mit einer Drohne vor Ort, um die Unfallstelle zu dokumentieren. Der Sachschaden wird auf mindestens 50.000 Euro geschätzt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes war lediglich von einer Bergungsfirma die Rede und nicht von mehreren beteiligten Unternehmen. Das haben wir korrigiert.

Stand: 14.01.2021, 14:59

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