Erneut Teilerfolg für Mieter in Dortmund-Dorstfeld

Im Gewerbegebiet Dortmund-Dorstfeld fühlen sich über 300 Menschen zu Hause

Erneut Teilerfolg für Mieter in Dortmund-Dorstfeld

Von Martin Wilger

  • Trotz juristischen Siegs bleiben Mieter im Ungewissen
  • Stadt Dortmund droht mit 2.000 Euro Zwangsgeld
  • Lärmbeschwerde brachte Stein ins Rollen

Im Dortmunder Gewerbegebiet Dorstfeld-West sind nicht nur Firmen angesiedelt. Dort wohnen auch über 300 Menschen. Das dürften sie aber eigentlich nicht, weil es ein reines Gewerbegebiet ist. Deshalb versucht die Stadt seit Monaten alles, diese ihrer Meinung nach „illegalen“ Mieter aus ihren Wohnungen zu drängen.

Im Moment ist das Vorhaben durch ein Urteil des OVG Münster von Freitag (11.10.2019) ausgebremst worden – doch damit ist die Geschichte sicher noch nicht vorbei. Einige der Mieter leben in dem Gewerbegebiet schon mehr als 30 Jahre, ohne dass es die Stadt bisher gestört hat. Und sie haben auch nicht vor, hier wegzuziehen.

Zwangsgeld angedroht

Über 300 Menschen leben in diesem Dortmunder Gewerbegebiet

Über 300 Menschen wohnen im Gewerbegebiet Dorstfeld

Die Stadt hat den Mietern vor einiger Zeit eine Ordnungsverfügung zukommen lassen – darin wurden 2.000 Euro Zwangsgeld angedroht, wenn die Mieter nicht innerhalb von 3 Monaten ausziehen. Doch das Oberverwaltungsgericht Münster hat diese Ordnungsverfügung jetzt für ungültig erklärt.

Eine Alternative wäre, das Gewerbe- zu einem Mischgebiet zu erklären. Doch das ist für die Stadt keine Option. Der Bebauungsplan weist für den Bereich ein reines Gewerbegebiet aus, in dem Wohnen in der Regel ausgeschlossen ist. Nur für Betriebsangehörige, die in einer genehmigten Betriebswohnung leben, gibt es Ausnahmen. Dass hier einige Mieter schon seit über 30 Jahren wohnen sei da völlig egal - für die Bewohner ein Schlag ins Gesicht.

Stadt fürchtet um Gewerbeansiedlungen

Die Sorge der Stadt – würde aus dem Gewerbegebiet ein Mischgebiet, dann dürften Betriebe das Wohnen nicht wesentlich stören, z.B. durch Krach oder Dreck. Doch mit so einer Einschränkung wäre es dann viel schwerer, Unternehmer anzulocken.

Eine Beschwerde über Lärm gab es tatsächlich, allerdings über laute Gäste einer Hochzeitsfeier dort im Gewerbegebiet. Das war im Oktober vergangenen Jahres. Die brachte den Stein ins Rollen. Die Stadt behauptet, erst dadurch von den illegalen Mietern erfahren zu haben.

Sie will das Urteil des Oberverwaltungsgerichts genau studieren. Möglicherweise verschickt sie dann eine neue Ordnungsverfügung mit einer längeren Frist.

Stand: 18.10.2019, 15:03

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