Bündnis "Sozialticket NRW": Mobilität wird für arme Menschen zum Luxus

Bündnis "Sozialticket NRW": Mobilität wird für arme Menschen zum Luxus

  • Sozialticket im VRR kostet derzeit 37,80 Euro
  • Ab Januar 2019 wird es knapp einen Euro teurer
  • Bündnis fordert mehr Geld, um Bedürftige zu entlasten

Monatlich für 37,80 Euro mit Bus und Bahn durch Städte und Kreise im Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) - das Sozialticket ermöglicht unter anderem Hartz-IV-Beziehern, Sozialhilfeempfängern oder Asylbewerbern vergünstigte Fahrten am Niederrhein und im Ruhrgebiet.

Ab Januar 2019 soll das Ticket teurer werden. Es kostet dann fast 39 Euro. Ein Hartz-IV-Empfänger bekommt davon aber nur knapp 29 Euro erstattet.

Deshalb gibt es Kritik vom Bündnis "Sozialticket NRW": "Für Menschen, die von Hartz IV oder Grundsicherung leben müssen, ist das Ticket viel zu teuer", so Sprecher Klaus Kubernus-Perscheid am Dienstag (27.11.2018) in Wesel. Er befürchtet, dass Mobilität für arme Menschen zum Luxus wird.

Knappes Geld wird für andere Dinge benötigt

Bei den ohnehin niedrigen Hartz-IV-Regelsätzen seien "diese Menschen gezwungen, ihr weniges Geld für andere Dinge wie Nahrungsmittel, Bekleidung und Gesundheit auszugeben", so Kubernus-Perscheid.

Am Mittwoch (28.11.2018) berät die NRW-Landesregierung über den Haushalt für das kommende Jahr 2019. Das Bündnis fordert, dann mehr Gelder für das Sozialticket bereitzustellen, damit die Nutzer weniger dazuzahlen müssen.

Im vergangenen Jahr hatte Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sogar das Aus für das Sozialticket angekündigt und war kurz darauf wieder zurückgerudert.

Stand: 27.11.2018, 17:04