VW-Diesel: deutschlandweit erste Nachrüstung in Witten

Witten: neuer Filter für Diesel-Autos 02:33 Min. Verfügbar bis 05.11.2020

VW-Diesel: deutschlandweit erste Nachrüstung in Witten

Von Peter Lautsch

  • Diesel-Nachrüstungstechnologie aus Witten
  • Stickoxide sollen auf ein Zehntel schrumpfen
  • Volkswagen übernimmt Teil der Kosten

Premiere in Witten: Zum ersten Mal hat ein VW-Besitzer in Deutschland seinen Diesel nachrüsten lassen, damit dieser weniger Abgase ausstößt. Werkstatt-Kunde Oliver Reeke hat einen Passat Euro 5. Der hat zwar schon fast 150.000 Kilometer auf dem Tacho, Reeke will seinen Diesel aber noch lange fahren und dabei auch ein gutes Gewissen haben. Darum habe er sich für die Nachrüstung entschieden.

Nachrüstung "Made in Witten"

Der eingebaute Nachrüstsatz stammt von der Baumot AG. In ihrer Niederlassung in Witten hat sie diesen entwickelt und getestet. In einer freien Kfz-Werkstatt, ebenfalls in Witten, war der Passat-Fahrer jetzt der erste Nachrüst-Kunde.

Nach Angaben von Baumot-Vorstand Stefan Beinkämpen wird sich mit dem Einbau der Stickoxid-Ausstoß des Autos von rund 800 Milligramm pro Kilometer auf rund ein Zehntel reduzieren. Damit sei der gebrauchte Passat "sauber wie ein neuer Diesel Euro 6", sagt Beinkämpen.

Stickoxide durch Harnstoffe reduziert

Der Baumot-Nachrüstsatz besteht im Wesentlichen aus einem AdBlue-Tank und einem Katalysator mit Generator. Der Tank wird in die Mulde des Reserverads eingebaut und fasst 18 Liter Harnstoff. Der reagiert im Katalysator mit den Stickoxiden. So wird deren Ausstoß erheblich reduziert.

Nach dem Einbau muss der Kunde noch mit den Unterlagen der Werkstatt zum Straßenverkehrsamt. Dort erfolgt der Eintrag in die Zulassungsbescheinigung. Damit sind alle Voraussetzungen erfüllt, um bei VW den Antrag auf Nachrüstprämie zu stellen. Die Nachrüstung hat Dieselfahrer Oliver Reeke 3.332 Euro gekostet, davon wird Volkswagen 3.000 Euro übernehmen.

VW-Werkstätten noch nicht dabei

Noch macht Baumot mit seinen Nachrüstsätzen kein großes Geschäft. Auf Nachfrage bei einem großen VW-Händler mit Sitz in Dortmund heißt es zwar, dass man mit der Firma Baumot im Gespräch sei. Leider könne man aber derzeit noch nicht sagen, wann die Nachrüstungen durchgeführt werden.

Stand: 05.11.2019, 16:20

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