"Deutscher Fahrradpreis 2019": NRW-Projekte nominiert

"Deutscher Fahrradpreis 2019": NRW-Projekte nominiert

Von Ludger Vortmann

  • NRW-Projekte aus dem Ruhrgebiet und Köln nominiert
  • Good-Practice-Beispiele zum Nachmachen
  • Preis wird seit 2000 verliehen

Am Montag (13.05.2019) wird in Dresden der Deutsche Fahrradpreis 2019 verliehen. Gleich zweimal ist das Ruhrgebiet in der Rubrik "Infrastruktur" nominiert: Die Metropole Ruhr könnte für die Weiterentwicklung des Regionalen Radwegenetzes einen Preis erhalten.

Zusammen mit den 53 Ruhrgebietsstädten hat der RVR einen Bedarfsplan erstellt, wie man ihn bisher nur für Straßen- und Autobahnprojekte kennt.

Geplant ist ein 1.800 Kilometer langes Radwegenetz für die Alltagsmobilität. Es orientiert sich an den bereits bestehenden Radwegen auf ehemaligen Bahntrassen, über die Industriedenkmäler sicher und komfortabel erreichbar sind, sagt Martin Tönnes, der die Planungsabteilung des RVR leitet.

"Wir wollen Pendlerinnen und Pendler, den ganzen Berufsverkehr, auf das Fahrrad locken. Und dafür brauchen wir attraktive Radwege. Denn wir brauchen das Fahrrad als vollwertigen Verkehrsträger, sonst bekommen wir die Mobilität im Ruhrgebiet nicht mehr bewältigt."

Grüne Welle für Radfahrer

Ebenfalls nominiert für den Deutschen Fahrradpreis ist das Konzept "Rad-Welle" in Oberhausen. An 30 Ampeln wurden Sensoren angebracht, die ankommende Radfahrer erkennen. Die Ampel bereitet dann das Umschalten auf Grün für den Radler vor. Das verkürzt die Wartezeit und soll das Radeln sicherer machen, weil weniger Fahrradfahrer einfach bei Rot fahren.

Lastenräder im Trend

Das Kölner Projekt "Freie Lastenräder" will sich in der Kategorie Service durchsetzen. 2013 gestartet, hat sich das Prinzip inzwischen in ganz Deutschland verbreitet.

85 ehrenamtliche Initiativen verleihen mehr als 180 Lastenräder. Das Projekt finanziert sich über Spenden und will ein Umdenken in der Mobilität und nachbarschaftliches Engagement fördern.

Das Aktionsbündnis "RingFrei!" bewirbt sich um eine Auszeichnung in der Kategorie Kommunikation. Weg vom Gedanken der autogerechten Stadt, hin zu einer Dreiteilung, möchten sie eine Spur für das Auto, eine Spur für das Rad und den Gehweg für die Fußgänger. 

Weniger verstopfte Straßen

Die Macher versprechen sich davon bessere Luft, mehr Ruhe, weniger Unfälle und weniger durch Autos verstopfte Straßen.

Auch der aus dem Kreis Unna stammende Sänger Max Raabe wird ausgezeichnet - als "fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2019". Für den Musiker sei das Fahrrad "ständiger Begleiter und Inspiration für seine künstlerische Arbeit".  

Der Deutsche Fahrradpreis ist ein bundesweiter Wettbewerb, der seit 2000 jährlich Projekte und Maßnahmen der Radverkehrsförderung würdigt.

Stand: 13.05.2019, 07:00