Demo gegen rechtsextremen Klamotten-Laden in Dortmund

Demonstranten in Dortmund fordern die Schließung eines Thor Steinar Geschäfts

Demo gegen rechtsextremen Klamotten-Laden in Dortmund

Von Christof Voigt

  • Geschäft verkauft rechtsextreme Szene-Klamotten
  • Antifaschisten protestieren seit zwei Monaten dagegen
  • Vermieter wird den neuen Mieter nicht wieder los

In Dortmund haben am Samstag (02.11.2019) hunderte Menschen gegen ein Geschäft der Bekleidungsmarke Thor Steinar demonstriert. Die Marke wird gerne von Neonazis und Rechtsextremen getragen. Der Dortmunder Laden ist der einzige in Westdeutschland, der Kleidung dieser Marke verkauft.

Stärkung rechtsextremer Infrastrukturen

Mit der Demonstration durch die Innenstadt wollen die Neonazi-Gegner den Druck erhöhen: auf Ladenbetreiber, Vermieter und Stadt.

Der Laden ziehe Rechtsextreme aus ganz Westdeutschland an, sagen die antifaschistischen Gruppen, die zu dem Protest aufgerufen haben. Das sei in einer Stadt besonders gefährlich, in der es ohnehin schon eine der bundesweit aktivsten Neonazi-Szenen gäbe.

Rechtsextreme als Schutztruppe

Das Geschäft, dessen Betreiber in Brandenburg sitzen, stärke so auch die Dortmunder Rechtsextremen. Die hatten sich gleich zur Eröffnung Ende August wie eine Schutztruppe davor aufgestellt und Werbung für das Geschäft gemacht.

Vermieter fühlt sich getäuscht

Der Vermieter des Geschäfts fühlt sich vom Betreiber getäuscht. Der Dortmunder, der anonym bleiben möchte, sagt, er habe nicht gewusst, dass die Marke vor allem bei Rechtsextremen beliebt sei. Trotzdem könne er nach Prüfung durch einen Rechtsanwalt nichts gegen den gültigen Mietvertrag unternehmen.

Welche Möglichkeiten die Stadt hat, gegen den Laden vorzugehen, ist unklar. Die Stadtverwaltung will das Geschäft offenbar gerne schließen, Details nennt sie jedoch nicht.

Stand: 02.11.2019, 13:50