Demo für beliebten Pfarrer in Fröndenberg

Demo Fröndenberg

Demo für beliebten Pfarrer in Fröndenberg

  • Fröndenberg: Demo von etwa 220 Gemeindemitgliedern
  • Reaktion auf Rückzug ihres Pfarrers
  • Protest für eine menschliche Kirche

Die katholischen Frauen in Fröndenberg forderten vor der Messe am Sonntag (11.08.2019) mit selbstgemalten Spruchbannern eine menschliche Kirche und wollen Reformen. Es war ein stiller Protest, an dem sich auch zahlreiche Gemeindemitglieder beteiligten.

Konfliktmanager soll helfen

Mit dieser Aktion unterstützten sie ihren zurückgetretenen Pfarrer. Der hatte mit seinem Rückzug gegen die festgefahrenen Machtstrukturen in der katholischen Kirche protestiert. Das Erzbistum Paderborn hatte am Sonntag einen Konfliktmanager nach Fröndenberg geschickt. Der wird sich in der kommenden Woche mit der Gemeinde treffen.

Einsatz für eine offene Kirche

Der scheidende Pfarrer Norbert Wohlgemuth hatte aus Protest gegen die Machtstrukturen in der katholischen Kirche im Juli 2019 sein Amt niedergelegt. Sein ganzes Berufsleben habe er sich für eine zeitgemäße und offene Kirche eingesetzt - ohne Zölibat, offen für alle, die Schwachen im Blick.

Das Erzbistum Paderborn bedauerte den Rücktritt des Fröndenberger Pfarrers. "Jedoch ist und bleibt sein Ausscheiden aus dem priesterlichen Dienst seine eigene Entscheidung", teilte es mit. Bistumssprecher Benjamin Krysmann betonte in der "Lokalzeit aus Dortmund", dass sein Dienstherr durchaus bereit ist, "das Gesprächsangebot anzunehmen".

Bistum ist "gesprächsbereit"

Einige Themen wie die Rolle der Frauen müsse die Kirche auch "dringend angehen", sagte Krysmann. Manche Fragen könnten aber nicht in Fröndenberg und auch nicht in Paderborn beantwortet werden. Die Weihe von Frauen und ihre Zulassung zum Priesteramt beispielsweise sei "ein weltkirchliches Thema", das nicht lokal und auch nicht so schnell gelöst werden könne.

Irritiert waren die Verantwortlichen im Erzbistum allerdings über die öffentlichen Aussagen Wohlgemuths. Ein Jahr Auszeit, wie der Pfarrer kurz vor seinem Rücktritt gefordert hatte, wäre möglich gewesen. Es sei gängige Praxis, Priestern auf Wunsch und nach persönlicher Absprache geistliche Auszeiten zu gewähren.

Stand: 12.08.2019, 18:57