Dortmunder und Hammer Bürger protestieren gegen Antisemitismus

Protestierende mit einem Banner gegen Antisemitismus in der Hand

Dortmunder und Hammer Bürger protestieren gegen Antisemitismus

  • Spontandemo in Dortmund Schweigeminute in Hamm
  • Demonstrierende weisen auf Dortmunder Rechte hin
  • Rechte Montagsdemos sorgen israelischen Botschafter

Rund 200 Hammer Bürgerinnen und Bürger sind am Donnerstagmittag (10.10. 2019) zu einer kurzfristig organisierten Schweigeminute am ehemaligen Standort der jüdischen Synagoge (Santa-Monica-Platz) zusammengekommen, um der Opfer des feigen Anschlags in Halle an der Saale zu gedenken.

Hammer Oberbürgermeister gerührt

Hammer Oberbürgermeister Hunsteeger-Petermann und Hammer Bürger bei einer Schweigeminute gegen Antisemitismus

"Ich bin berührt, wie viele Menschen hier so kurzfristig zusammengekommen sind. Das ist ein starkes Zeichen, dass wir rechtem Hass und Gewalt keinen Raum geben werden", sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann.

Spontane Demo in Dortmund

Bereits am Mittwoch (09.10.2019) waren mehr als 100 Menschen in Dortmund gegen Antisemitismus auf die Straße gegangen. Sie zogen bei einer spontanen Demonstration durch die Innenstadt zum Platz der Alten Synagoge.

Mittlerweile gehen die Ermittlungsbehörden von einer rechtsextremen Tat in Halle aus, der mutmaßliche Täter soll sich antisemitisch geäußert und den Holocaust geleugnet haben.

Banner von Anti-Neonazi-Demos bekannt

Auf dem Banner der Demonstrierenden stand: "Gegen jeden Antisemitismus“. Es ist auch immer dann zu sehen, wenn es gegen Neonazis auf die Straße geht. Gerade die Dortmunder Rechtsextremisten setzen seit Jahren auf harten Antisemitismus, hetzen unentwegt gegen Israel und feiern Holocaust-Leugner.

Erst vor einer Woche sind sie mit Parolen wie „Nie wieder Israel“ oder „Palästina hilf uns doch – Israel gibt’s immer noch“ durch die Nordstadt gezogen. Am 30.09. fand die erste der bis Weihnachten angekündigten "Montagsdemos" der Dortmunder Neonazis statt. Das war der jüdische Neujahrsabend.

Israelischer Botschafter "beschämt"

Auf die Parolen hat sogar der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, reagiert. Am 01. Oktober schrieb er auf seinem Twitter-Account: „Es ist beschämend, Neonazis offen auf den Straßen von Dortmund zu sehen, während wir das jüdische Neujahr feiern. Die Urgroßeltern meiner Frau stammten aus Dortmund und wurden von den Nazis ermordet. Wo keine Reue ist, kann es keine Vergebung geben.“

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Auch die Demonstranten gestern in Dortmund waren sich einig: Dieser Hass ist der Nährboden für Taten wie jetzt in Halle.

Stand: 10.10.2019, 08:02