Demo der Amazon-Mitarbeiter in Werne

Mit gelben Warnwesten demonstrieren Amazon-Mitarbeiter auf einer Straße

Demo der Amazon-Mitarbeiter in Werne

  • 250 Amazon-Beschäftigte demonstrierten in Werne
  • Bezahlung nach Tarif im Einzelhandel gefordert
  • Weihnachtsgeschäft nicht in Gefahr

Am Dienstagvormittag (18.12.2018) haben circa 250 Beschäftigte von Amazon in der Innenstadt von Werne demonstriert. Seit gestern haben sie die Arbeit niederlegt, der Streik soll bis Mittwochfrüh gehen. Gerade während des Weihnachtsgeschäfts wollen sie Druck auf das Online-Versandhaus ausüben. Amazon sieht aber dadurch das Weihnachtsgeschäft nicht in Gefahr.

Die Streik-Aktionen beim Versandriesen Amazon gehen bald ins sechste Jahr. Seit 2013 legen Arbeitnehmer immer wieder die Arbeit nieder um einen besseren Tarif zu erkämpfen. Ihre Hauptforderung: Eine Bezahlung nach den Tarifverträgen im Einzelhandel.

Die Gewerkschaft Verdi hat ausgerechnet, dass die Beschäftigten nur etwa vierhundert Euro Weihnachtsgeld bekommen. Laut Tarifvertrag würde ihnen aber 1400 Euro zustehen.

Versandriese Amazon zeigt sich unbeeindruckt

Bislang allerdings hatte Verdi mit seiner Politik der Nadelstiche nur wenige Erfolg. Auch nach bald sechs Jahren zeigt sich der Versandriese unbeeindruckt und verweigert Verhandlungen über einen anderen Tarifvertrag. Offenbar kann Verdi mit seinen Aktionen nicht ausreichend Druck aufbauen.

"Wir können Amazon nicht lahm legen" Verdi Sprecher

Verdi-Sprecher Karsten Rupprecht ist sich aber klar darüber, dass sie Amazon nicht lahm legen können. Der Organisationsgrad in vielen Warenlagern ist zu gering. Viele Beschäftigte waren lange arbeitslos und haben kein Interesse, der Gewerkschaft beizutreten.

Und: Viele Amazon-Beschäftigte haben nur befristete Verträge. "Menschen, die befristet beschäftigt sind, hoffen, dass sie endlich entfristet werden und werden sich nicht am Arbeitskampf beteiligen", weiß er.

Amazon sieht sich als guter und fairer Arbeitgeber

Der Online-Händler hat bisher nicht eingelenkt. Amazon sieht sich als guten und fairen Arbeitgeber mit attraktiven Löhnen vom ersten Tag an. Man zahle freiwillig zum Beispiel Bonuszahlungen und Lebensversicherungen. Amazon sei ein Logistik-Zentrum und man vergleiche sich mit Unternehmen auch in der Logistik, so Amazon-Sprecher Markus Neumayer vom Standort Rheinberg.

Amazon-Streik bis Heiligabend? Aktuelle Stunde 17.12.2018 02:23 Min. Verfügbar bis 17.12.2019 WDR Von Andrea Moos

Stand: 18.12.2018, 11:02