Medican-Prozess am Landgericht Bochum

Deal im Betrugsprozess um Corona-Tests

Stand: 24.05.2022, 14:32 Uhr

Wenn der ehemalige Chef der Medican-Testzentren zugeben sollte, wie er Corona-Tests in Millionenhöhe falsch abgerechnet hat, bekommt er eine mildere Hafstrafe.

Den Deal haben die Anwälte des Angeklagten mit dem Gericht am Dienstag (24.05.) geschlossen. Das Geständnis müsse aber umfassend sein, sagen die Richter. Dann könnte das Strafmaß für den 49-jährigen Angeklagten auf eine Haftstrafe zwischen sechs und sechseinhalb Jahren gesenkt werden.

Dem Angeklagten wird Abrechnungsbetrug in Höhe von 25 Millionen Euro vorgeworfen. Er hatte in ganz Deutschland Testzentren aufgebaut und betrieben. Die Gelegenheit für das Geständnis besteht allerdings erst am 31.05.2022. Dann wird der Prozess fortgesetzt.

Betrug durch WDR aufgedeckt

Die Firma Medican war im Frühjahr 2021 durch Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung aufgefallen. Der Rechercheverbund hatte an einem Standort in Essen beobachtet, wie viele Menschen sich an einem Tag auf Corona haben testen lassen. Ein Abgleich mit der Abrechnung zeigte dann die deutliche Abweichung: Medican meldete mehr als 1.700 Bürgertests, nur 550 Menschen waren aber dort. Abrechnen konnten die Teststellen pro Bürgertest 18 Euro.

Über dieses Thema berichten wir am 24. Mai 2022 auf WDR 2 in der Lokalzeit Rhein-Ruhr.

Prozessauftakt in Bochum: Betrug im Testzentrum

WDR 5 Westblick - aktuell 02.12.2021 03:53 Min. Verfügbar bis 02.12.2022 WDR 5


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