AWO warnt vor Atemschutzmasken der Bundesregierung

Fehlerhafte FFP2-Masken geliefert

AWO warnt vor Atemschutzmasken der Bundesregierung

Die Arbeiterwohlfahrt warnt ihre Pflegeheime im westlichen Westfalen vor untauglichen Atemschutzmasken der Bundesregierung. Das hat die Geschäftsführung dem WDR bestätigt. Die Bundesregierung weist die Kritik zurück.

Anfang November hatte Gesundheitsminister Spahn angekündigt, die Pflegeheime mit insgesamt 290 Millionen Atemschutzmasken aus Beständen des Bundes zu versorgen.

Die 30.000 FFP2-Schutzmasken, die bisher bei den AWO​-Pflegeheimen im Westlichen Westfalen angekommen sind, seien aber für deren Zwecke völlig untauglich, so die AWO. Sie seien mit dem Hinweis “No Medical” versehen - können im medizinischen Bereich also nicht genutzt werden. Bei einigen hätten zudem Angaben gefehlt, wie das Haltbarkeitsdatum oder der Verwendungsbereich.

Kein optimaler Schutz

Die Pflegenden müssten sicher sein, dass sie bei der Arbeit optimal geschützt sind, so die AWO. Deshalb fordert die Geschäftsführung die Pflegeheime jetzt dazu auf, die Schutzmasken nicht zu nutzen. Diese Masken könne man nur "beiseitelegen". "Wir besorgen uns natürlich selbst permanent weitere Masken, die auch den Standards entsprechen", sagte ein AWO-Sprecher.

Bund: Vorwürfe entbehren jeder Grundlage

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Warnung der AWO in Westfalen vor dem Gebrauch von Schutzmasken aus den Beständen des Bundes als haltlos zurückgewiesen. "Diese Warnung entbehrt jeder Grundlage. Die Masken sind geprüft und für gut befunden worden", teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Die versendete Schutzausrüstung an Pflegeeinrichtungen sei einem standardisierten, mehrstufigen Prüfverfahren unterzogen worden. Die Masken erfüllten "alle Anforderungen an die Qualität und Sicherheit, die Grundlage für eine Nutzung sind."

Masken – Worauf man achten muss Hier und heute 17.11.2020 08:51 Min. Verfügbar bis 17.11.2021 WDR

Stand: 15.12.2020, 12:00