Maskenpflicht im ÖPNV, Beispiel Dortmund

Maskenpflicht im ÖPNV, Beispiel Dortmund

Von Cordula Krell

  • 95 Prozent der Fahrgäste halten sich an die Vorgabe
  • Sicherheitspersonal ermahnt nur
  • Nutzen der Masken unter den Fahrgästen umstritten

Fast alle Fahrgäste in Dortmund haben am Montag (27.04.202) in Bussen und Bahnen daran gedacht, einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Viele tragen bunte, selbstgemachte Masken gegen das Coronavirus. Einige haben einfach ein Tuch oder einen Schal umgebunden. Ein paar wenige scheinen die Maskenpflicht aber vergessen zu haben.

Hinweise am Bahnsteig auf Anzeigetafeln

Auf einer Anzeigetafel wird auf die Pflicht, einen Mund-Nasenschutz zu tragen, hingewiesen

Anzeigetafel an der Haltestelle

Dabei werden die Wartenden am Bahnsteig auf Anzeigetafeln immer wieder darauf hingewiesen. Ein junger Mann hat den Atemschutz nur um den Hals hängen. Er sagt, er sieht den Sinn nicht ein. Aber die Aussicht auf ein Bußgeld schreckt ihn ab. "Sonst bin ich am Monatsende pleite, deshalb."

Sicherheitskräfte ermahnen die Fahrgäste

Sicherheitsmitarbeiter beobachten den Bahnsteig

Sicherheitskräfte bitten um Beachtung der Maskenpflicht

An den Stadtbahnhaltestellen sind Service- und Sicherheitskräfte unterwegs. Sie sprechen die Fahrgäste an und weisen diese auf die Maskenpflicht hin. Mehr passiert nicht. "Die Nicht-Maskenträger werden von uns nicht sanktioniert oder an der Mitfahrt gehindert", sagt Britta Heydenbluth, Sprecherin der Stadtwerke DSW21. "Die eigentliche Kontrolle der Maskenpflicht obliegt den Ordnungsbehörden und auch nur sie haben entsprechende Sanktionsmöglichkeiten."

Masken schon auf dem Bahnsteig anlegen

Allerdings ist einigen nicht klar, ab wann die Maske ins Gesicht muss. Eine junge Frau, die auf dem Bahnsteig wartet, hat ihre Maske griffbereit in der Jackentasche, um sie im Zug aufzusetzen. Guntram Pehlke von den Stadtwerken: "In U-Bahn-Anlagen ist der Schutz bereits auf dem Bahnsteig anzulegen."

Die meisten halten sich an die Maskenpflicht gegen das Coronavirus

Eine Frau mit Atemschutzmaske vor einer Stadtbahn

Roswitha Hampel findet die Maskenpflicht sinnvoll

Die DSW21 schätzt als erste Bilanz am Montagmittag, dass sich 95 Prozent der Fahrgäste an die Maskenpflicht gegen das Coronavirus halten. Roswitha Hampel arbeitet im medizinischen Bereich. Sie glaubt: "Wenn man das vier Wochen früher angeordnet hätte, wäre der Shut-Down nicht nötig gewesen."

Einige gehen nicht richtig mit der Maske um

Gudrun Schirmer findet dagegen, dass die Maske sogar schaden kann: "Die meisten sind sich nicht bewusst, dass sie in der Art, wie sie ihre Maske handhaben, sich und andere mehr gefährden." Viele Menschen gehen ihrer Erfahung nach nicht richtig mit der Maske um. Sie selbst ist bereits seit drei Wochen "mit" unterwegs.

Oft viel Platz in den Wagen

In den Waggons oder Bussen sitzen oft nur ein paar einzelne Menschen. "Wir haben eine deutliche geringere Auslastung als zu normalen Zeiten, aber wir halten trotzdem unser Netz völlig aufrecht", bestätigt Guntram Pehlke von den Dortmunder Stadtwerken. So ist das Abstandhalten meist machbar.

Stand: 27.04.2020, 14:36