Claras und Laras Eltern stellen sich in Paraguay

Nach Paraguay gebrachte Mädchen sind wieder in Deutschland

Stand: 16.06.2022, 15:12 Uhr

Nach dem Ende der Kindesentziehung in Paraguay sind die beiden Mädchen wieder in Deutschland. Den zehn und elf Jahre alten Kindern gehe es gut, es habe alles reibungslos geklappt, sagte Rechtsanwalt Ingo Bott.

Die Mädchen seien am Dienstag und Mittwoch gemeinsam mit ihren Elternteilen aus Essen und München nach Deutschland geflogen. Die anderen beiden Elternteile, die mit den Mädchen ausgewandert waren, befinden sich dem Magazin "Der Spiegel" zufolge noch in Paraguay. In den kommenden Tagen wollten sie aber ebenfalls nach Deutschland reisen, wo sie sich wegen Kindesentziehung vor Gericht verantworten müssten.

Seit November in Paraguay

Das Paar ist in zweiter Ehe miteinander verheiratet und war im November mit den beiden Kindern ohne Zustimmung der jeweiligen Ex-Partner nach Paraguay ausgewandert. Nach Angaben der in Deutschland zurückgebliebenen Mutter schrieben sie in einem Abschiedsbrief, dass sie die Mädchen nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten.

In der vergangenen Woche war die monatelange Suche nach den Mädchen zu Ende gegangen. Das Auswanderer-Paar hatte sich nach Verhandlungen mit den beiden Rechtsanwälten Ingo Bott und Stephan Schultheiss der Polizei gestellt. Daraufhin hatte das Kinder- und Jugendgericht in Asunción die Rückkehr der Kinder genehmigt.

Polizeichef: Den Mädchen gehe es gut

Daraufhin waren sie ihren anderen Elternteilen übergeben worden - die zehnjährige Clara aus Essen an ihre Mutter, die elfjährige Lara wiederum an ihren Vater. "Den Mädchen geht es sehr gut. Sie sehen gut aus", berichtete der Polizeichef.

Die Übergabe fand offenbar im Touristenort Ruinas de Trinidad in der Nähe der Stadt Encarnación rund 400 Kilometer südöstlich von Asunción statt. Der Polizeichef betonte, es habe dabei keinerlei Polizeieinsatz und auch keine Polizeipräsenz gegeben, "damit das Treffen möglichst normal abläuft und um eine Situation zu vermeiden, die für die Mädchen traumatisch hätte sein können".

Gegen das Auswanderer-Ehepaar lag nach Angaben der paraguayischen Staatsanwaltschaft ein internationaler Haftbefehl vor. Am Donnerstag hatte sich das in zweiter Ehe miteinander verheiratete Paar mit den beiden Kindern der Polizei in Paraguay gestellt.

Sieben Monate kein Kontakt

Anna M. und Andreas E. wenden sich mit Videobotschaft an Behörden

Anna M.und Andreas E. wenden sich mit Videobotschaft an Behörden

Nach sieben Monaten heißt es Aufatmen für Filip B. und Anne E. Sie hatten ihre Töchter aus erster Ehe seit November nicht gesehen. Annes Ex-Mann Andreas und seine neue Partnerin – die Ex-Frau von Filip B. – hatten die Mädchen nach Paraguay verschleppt. Angeblich wollten sie die Kinder vor der deutschen Impf-Politik schützen.

Die Ausreise geschah unter einem Vorwand: Ihren Ex-Partnern erzählten die beiden, sie würden mit Lara und Clara einen Trip nach London machen. Claras Mutter hatte sofort die Behörden eingeschaltet, nachdem ihr Ex-Mann das Mädchen nicht wie vereinbart zurückgebracht hatte.

Über dieses Thema haben wir unter anderem am 09. Juni 2022 um 19:30 im WDR Fernsehen in der Lokalzeit Ruhr berichtet.