Neue Dienststelle: Gemeinsamer Kampf gegen Clankriminalität

Essen: Polizisten stehen bei einer Razzia gegen Clan-Kriminalität in der nördlichen Innenstadt in einem Lokal

Neue Dienststelle: Gemeinsamer Kampf gegen Clankriminalität

  • Gemeinsame Dienststelle gegen Clankriminalität geplant
  • Behörden wollen enger zusammen arbeiten
  • Kriminelle Familienclans: 14.000 Straftaten in zwei Jahren

Um besser gegen kriminelle Clans vorzugehen, könnten verschiedene Behörden im Ruhrgebiet ab nächstem Jahr unter einem Dach arbeiten. Das NRW-Innenministerium plant eine gemeinsame Dienststelle von Polizei, Zoll, Steuerfahndung und Kommunen. Das geht aus einer Projektbeschreibung hervor, wie am Sonntag (08.09.2019) bekannt wurde.

Eine solche Einrichtung gebe es in Deutschland und Europa bislang nicht, betonen die Verfasser. In welcher Stadt sie ihren Sitz bekommen soll, wurde noch nicht bekannt.

Kriminelle Großfamilien

Kriminelle Clans sind in ganz NRW aktiv. Die Polizei weiß laut dem aktuellen Lagebild von 104 Großfamilien. Sie sollen in den vergangenen zwei Jahren für mehr als 14.000 Straftaten verantwortlich gewesen sein. Dazu zählen zum Beispiel illegale Geschäfte mit Drogen oder Verbrechen wie Raub und gefährliche Körperverletzung. Im Ruhrgebiet gibt es besonders viel Clankriminalität.

Clankriminalität bekämpfen: "Razzien allein nutzen nicht"

WDR 5 Morgenecho - Interview 04.09.2019 07:02 Min. Verfügbar bis 03.09.2020 WDR 5

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Essen und Mülheim sind Clan-Hochburgen

Trotzdem gibt es für die Region noch keinen zentralen Ort, an dem alle Infos zusammenlaufen und ausgewertet werden. Das soll sich mit der geplanten Dienststelle ändern. Das Landeskabinett muss dem Projekt Ende Oktober noch zustimmen. In den Clan-Hochburgen Essen und Mülheim treffen sich die Vertreter der Behörden bereits seit zwei Jahren regelmäßig und tauschen Informationen aus.

Stand: 08.09.2019, 08:11

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