Rechte Chatgruppen: Vorgesetzte der Polizei Mülheim hätten eingreifen müssen

Polizeiwache Mülheim

Rechte Chatgruppen: Vorgesetzte der Polizei Mülheim hätten eingreifen müssen

Die rechten Vorkommnisse in einer Dienstgruppe der Polizei Mülheim hätte Vorgesetzten auffallen müssen. Zu diesem Schluss kommt eine Sonderuntersuchung des NRW- Innenministeriums.

Eine Gruppe von Polizisten, die sich über lange Zeit in Chats rechtsextreme Inhalte schicken - das kann nicht völlig unbemerkt bleiben. Wie eine Sonderuntersuchung ergeben hat, sind rechte Tendenzen von Beteiligten "in ihrem Umfeld wahrnehmbar" gewesen.

Vorgesetzte waren ehemals Teil der Dienstgruppe

Das Vorgehen innerhalb der Dienstgruppe der Polizei in Mülheim hätte "Interventionen auslösen müssen", heißt es vom Innenministerium weiter. Geschehen ist aber nichts. Ein möglicher Grund: Die Vorgesetzten waren früher selbst Mitglieder des betreffenden Teams.

In einem Bericht des Innenministeriums ist die Rede von "negativen Treibern" und "Unterstützern" innerhalb des Polizei-Teams. Die Posts seien unter anderem deutlich rassistisch und antisemitisch gewesen.

Ergebnis: Keine ähnlichen Vorfälle

Die Sonderuntersuchung ist auch zu dem Ergebnis gekommen, dass es Abseits der Chatgruppe und ihren Mitgliedern keine ähnlichen Fälle im Polizeipräsidium Essen, zu dem die Polizei Mülheim zählt, gegeben hat. Es soll sich um einen Einzelfall handeln. Das Innenministerium gibt an, für die Untersuchung unter anderem mehr als 200 Beschäftigte befragt sowie Akten und Daten ausgewertet zu haben.

Ende des vergangenen Jahres waren bei der Polizei in Mülheim Chatgruppen aufgeflogen, in denen rechtsextreme Inhalte geteilt wurden.

Rechtsextreme Polizisten in NRW

WDR 5 Westblick - aktuell 14.12.2020 04:35 Min. Verfügbar bis 14.12.2021 WDR 5


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Stand: 10.03.2021, 17:45