BVB-Prozess: Verteidigung fordert Haftstrafe unter zehn Jahren

BVB-Prozess: Verteidigung fordert Haftstrafe unter zehn Jahren

  • Verteidigung: Sergej W. wollte nicht töten
  • Angeklagter habe nicht aus Habgier gehandelt
  • Er habe das "perfekte Verbrechen" abliefern wollen

Im Prozess um den Anschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat die Verteidigung am Donnerstag (22.11.2018) eine Haftstrafe von unter zehn Jahren gefordert. Der Verteidiger von Sergej W. sagte, die Tat sei nicht aus Habgier geschehen. Geld sei nicht die Haupttriebfeder gewesen.

Der Angeklagte habe das "perfekte Verbrechen" abliefern wollen, um sein Selbstbewusstsein zu stärken. Laut Verteidigung hat er nicht töten wollen. In seinen letzten Worten entschuldigte sich Sergej W. bei allen Beteiligten.

Nebenklage kritisiert Verteidigung

BVB-Anwalt Ulf Haumann sagte, der Versuch der Verteidigung, den Anschlag auf ein perfektes Verbrechen zu reduzieren, sei kläglich gescheitert. "Wenn er nur jemanden hätte erschrecken wollen, dann hätte er die Bombe nicht mit 90 Metallbolzen bestückt."

Im Prozess hatte der 29-jährige Angeklagte gestanden, am 11. April 2017 drei Sprengsätze gezündet zu haben. Er bestreitet aber jegliche Tötungsabsicht. Er sagte, er habe die drei Splitterbomben absichtlich so gebaut und angebracht, dass niemand schwer verletzt oder getötet werden konnte.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Am Montag (19.11.2018) hatte die Staatsanwaltschaft für eine lebenslange Haft wegen versuchten Mordes plädiert. Ihrer Überzeugung nach hätte nur so der Plan von Sergej W. funktionieren können. Der Angeklagte wollte an der Börse mit einer Wette auf fallende BVB-Aktien Gewinn machen. Das Urteil wird am Dienstag (27.11.2018) gesprochen.

BVB-Spieler Bartra und Polizist verletzt

Die Bomben detonierten, als die Mannschaft im Bus vom Hotel auf dem Weg zum Stadion war. Dabei wurde der ehemalige BVB-Spieler Marc Bartra am Unterarm verletzt - er spielt seit Januar wieder in Spanien. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma - er ist dienstunfähig.

Stand: 22.11.2018, 12:44