Dortmund: 2G-Prinzip im Stadion zum Bundesligaauftakt

Dortmund: 2G-Prinzip im Stadion zum Bundesligaauftakt

Zum Bundesliga-Auftakt am Samstag lässt der BVB nur geimpfte oder von Covid-19 genesene Zuschauer ins Stadion - und nur 25.000 insgesamt. Die Borussen treten gegen Eintracht Frankfurt an.

Ein Bund-Länder-Beschluss vom Dienstag besagt: Bei Sportgroßveranstaltungen sind maximal 25.000 Zuschauer zugelassen. Darunter fallen auch die Spiele der Fußball-Bundesliga. Am Samstagabend (14.08.) standen sich im Topspiel Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt gegenüber.

Beim BVB konnte sich jeder Dauerkarten-Inhaber um Karten bewerben, pro Person aber höchstens zwei. Und wer eine Karte bestellte, musste sich namentlich registrieren lassen. Möglich war dies aber nur für Personen, die geimpft oder von Covid-19 genesen sind. Einzige Ausnahme: Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren reicht ein aktueller und höchstens 48-Stunden alter negativer Corona-Test.

Mobile Check-In-Punkte vor dem Stadion

Eine Familie freut sich aufs Fußballspiel in Dortmund

Die Stimmung vor dem Spiel am Samstagabend war gelöst und entspannt. An verschiedenen mobilen Check-In-Punkten wurden die digitalen Impf- und Genesenen-Nachweise gescannt, dann gab es ein Armbändchen. Erst danach ging es zum Stadioneinlass. Dort wurden Ausweise und personalisierte Eintrittskarten genau kontrolliert, dadurch bildeten sich immer wieder Warteschlangen. Abstände wurden mehrfach nicht eingehalten.

Fehender Abstand beim Einlass zum Spiel BVB - Eintracht

Viele der Fans, die ins Stadion durften, unterstützen die Entscheidung des BVB, nur Geimpfte und Genesene zum Spiel zuzulassen. Doch das Thema Impfen spaltet auch vor dem Stadion. Jürgen, Mitte 50, Dauerkarteninhaber aus Dortmund, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, ist wütend auf seinen Verein. Er verstehe nicht, warum man nicht auch mit negativem Test ins Stadion darf, sagt er mit Tränen in den Augen. Er habe einfach Angst vor möglichen Folgen einer Impfung.

2G-Prinzip polarisiert

Der BVB setzt als erster Bundesliga-Club auf das 2G-Prinzip: geimpft oder genesen. Die Frage, ob das gerecht oder ungerecht ist, polarisiert.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke will durch die strengeren Regeln erreichen, dass die Politik gestattet, noch mehr Fans ins Stadion zu lassen. Denn trotz 25.000 verkaufbarer Tickets werden dem BVB jetzt wohl pro Heimspiel zweieinhalb Millionen Euro Einnahmen fehlen.

Anzahl geimpfter Spieler unbekannt

Einlass am Dortmunder Fußball-Stadion

Erstaunlich war, dass sich nicht für alle Tickets sofort Dauerkartenbesitzer gefunden haben. Knapp 2.000 Plätze gingen in den freien Verkauf. Auch nur für vollständig Immunisierte.

Paradox: Die Geimpften und Genesenen dürfen auf den Tribünen Spieler auf dem Platz anfeuern, von denen nicht bekannt ist, wer und wie viele überhaupt bereits geimpft, genesen oder doch nur getestet sind.

Der BVB setzt als erster Bundesliga-Club auf das 2G-Prinzip: geimpft oder genesen.

Dem 2G-Beispiel der Dortmunder folgen am nächsten Spieltag die Clubs aus Köln und Leverkusen. Mindestens.

Stand: 14.08.2021, 20:29