Bartra im BVB-Prozess: "Ich hatte Todesangst"

Bartra im BVB-Prozess: "Ich hatte Todesangst"

  • Marc Bartra hat als erster BVB-Spieler im Prozess ausgesagt
  • Todesangst beim Anschlag auf den Team-Bus
  • Zeuge Aubameyang meldete sich krank
  • Gabuner droht Ärger mit der Justiz

Um dem BVB-Innenverteidiger Marc Bartra die Aussage zu erleichtern, verlas sein Anwalt am Montag (29.01.2018) zunächst eine Erklärung vor dem Schwurgericht Dortmund. Darin bekannte der Spieler, er habe Todesangst gehabt und befürchtet, seine Familie nie wiederzusehen.

Bartra körperlich verletzt

BVB-Bus

April 2017: Anschlag auf BVB-Bus

Der Anschlag habe sein Leben verändert, sagte Bartra. Auch die Verletzung am Handgelenk sei noch nicht völlig auskuriert. Das hindere ihn aber nicht daran, hundertprozentig Fußball zu spielen. Bartra betonte auf Twitter, er lebe "jetzt mit viel mehr Stärke und Kraft".

Bartra war als einziger Spieler beim Anschlag körperlich verletzt worden. Die Folgen der Tat könnten am Ende über die Höhe des Strafmaßes für den Täter mitentscheiden. Bartra fordert zudem 15.000 Euro Schmerzensgeld, das er einer sozialen Einrichtung in Dortmund spenden will.

Aubameyang droht Ärger

Auch Pierre-Emerick Aubameyang sollte als Zeuge aussagen. Er ließ sich schriftlich entschuldigen. Der BVB-Mannschaftsarzt bescheinigte ihm Verhandlungsunfähigkeit aus "medizinischen Gründen". Oberstaatsanwalt Carsten Dombert bezeichnete die Bescheinigung als "äußerst  dürftig": "Das sollte sich die Justiz so nicht bieten lassen." Richter Peter Windgätter sah das genauso.

Der Richter hatte angeregt, beide Spieler möglichst früh als Zeugen zu laden, da sie bei einem Wechsel ins Ausland schwerer zu erreichen wären. Aubameyang geht zum FC Arsenal.

Dem Angeklagten Sergej W. wird 28-facher versuchter Mord vorgeworfen. Er hat die Tat gestanden, sagt aber, er habe niemanden töten wollen.

Stand: 29.01.2018, 17:24