Borussia Dortmund: Seit 20 Jahren an der Börse

Die Aktie des BVB

Borussia Dortmund: Seit 20 Jahren an der Börse

Vor 20 Jahren ist Borussia Dortmund als erster deutscher Fußballverein an die Börse gegangen. Wer damals eine Aktie gekauft hat, hat allerdings viel Geld verloren.

Es war ein Traumstart: Der Ausgabewert der Aktie lag bei 11 Euro. Der BVB nahm beim Gang an die Börse 143 Millionen Euro ein. Geld, das der Verein unter anderem in neue Spieler wie Amoroso investierte. Der Erfolg nach dem Börsengang kam mit der Meisterschaft im Jahr 2002 sehr schnell.

Talfahrt beginnt

Dann begann der sportliche und wirtschaftliche Niedergang: Zum regelrechten Millionengrab entwickelt sich der Ausbau des Stadions. Die Arena wird Ende des Jahres 2002 an den Molsiris Immobilienfonds verkauft und zurückgemietet. Das bedeutet: kurzfristige Einnahmen, aber auch extrem hohe Kosten.

2003 verpasst der Club die Qualifikation für die Champions League. Die Folge: Die Talfahrt der Aktie nimmt dramatische Formen an. Die Aktie sinkt unter 3 Euro.

Großaktionär Florian Homm übernimmt

Ende Dezember steht Borussia Dortmund vor dem Finanzcrash. Um an frisches Geld zu kommen reagiert der BVB mit einer Kapitalerhöhung. Neuer Großaktionär wird im September 2004: Florian Homm. Der Börsenspekulant mit Wohnsitz auf Mallorca investiert mehr als 24 Millionen Euro.

Panische Aktienverkäufe

Im November tritt Gerd Niebaum als Präsident des BVB zurück. Doch die Abwärtsspirale ist nicht aufzuhalten. Die Situation ist inzwischen: existenzbedrohend. Die Anleger verkaufen fast panisch ihre Aktien. Der Kurs stürzt weiter: unter zwei Euro.

Anfang Februar 2005 verkündet Gerd Niebaum dann auch seinen Rücktritt als Geschäftsführer der KGaA. Nachfolger wird: Hans-Joachim Watzke. Erst jetzt wird die dramatische Situation schonungslos offengelegt und ein Sanierungskonzept vorgestellt.

Aktie erreicht historisches Tief

Im März 2005 stimmen die Anleger des Molsiris Immobilienfonds dem Sanierungskonzept zu und verzichten auf viel Geld. Der BVB ist gerettet. Nach und nach kann der Club seine Verbindlichkeiten abbauen. Trotzdem sinkt der er Kurs der Aktie zunächst weiter und erreicht ihr historisches Tief von 0.84 Euro.

Glücksfall Jürgen Klopp

Mit Trainer Jürgen Klopp kommen die Dortmunder sportlich wieder in die Spur. Die Umsätze steigen - der Club erwirtschaftet ein Rekordergebnis nach dem anderen.

Dann kommt Corona. Viele Einnahmequellen brechen weg. Der BVB schließt das vergangene Geschäftsjahr mit einem Verlust von 44 Millionen Euro ab und der Aktienkurs sinkt. Aktuell steht er bei 4 Euro 43.

Den Ausgabewert von 11 Euro konnte das Papier nie mehr errreichen.

Stand: 30.10.2020, 08:31