Gut erhaltener Bunker in Bochum freut Archäologen

Bunker in Bochum

Gut erhaltener Bunker in Bochum freut Archäologen

Von Dirk Groß-Langenhoff

  • Anlage seit Kriegsende in Vergessenheit
  • 70 Jahre alte Zeitkapsel dokumentiert
  • Bauwerk soll bald abgerissen werden

In Bochum-Gerthe ist ein vergessener Luftschutzbau aus dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckt worden. Das mehr als 70 Jahre alte Bauwerk ist für Archäologen wie eine Zeitkapsel, weil die Einrichtung noch komplett erhalten ist. Das teilte der LWL am Dienstag (21.05.2019) mit.

Luftschutzbau in Bochum-Gerthe entdeckt

Luftschutzbau in Bochum-Gerthe entdeckt

"Natürlich haben Zeit und Feuchtigkeit ihre Spuren hinterlassen", erzählt LWL-Archäologe Thomas Poggel. Dennoch könnten er und seine Kollegen das genaue Aussehen der Schutzräume rekonstruieren. Dafür wurden alle Einzelheiten dokumentiert. Dies ist auch nötig, da der Bunker bald abgerissen werden soll.

Der 50 Quadratmeter große Luftschutzbau bot Platz für mehr als 120 Menschen. Er wurde durch Belüftungsrohre mit Sauerstoff und durch zwei unabhängige Stromleitungen mit Energie versorgt. Ein kleiner Kohle-Ofen sorgte für Wärme.

Die Anlage wird in Fachkreisen allerdings nicht Bunker genannt, da der Luftschutzbau nicht die massive Bauweise eines richtigen Bunkers aufweist. Der so genannte Deckungsgraben ist aber bisher der erste seiner Art, der in Bochum vollständig erhalten entdeckt worden ist.

Ganz überraschend ist der Fund der Anlage für Kenner aber nicht. Denn Bunker-Experten aus Bochum hatten sie schon 2004 betreten.

Stand: 21.05.2019, 10:53