Die Bundestagswahl im westlichen Ruhrgebiet

Briefwahlzentrum Essen

Die Bundestagswahl im westlichen Ruhrgebiet

Das westliche Ruhrgebiet hat Rot gewählt. In allen Wahlkreisen ist die SPD die stärkste Kraft. Die Bundestagswahl 2021 im westlichen Ruhrgebiet im Überblick.

Mit Spannung wurde das Abschneiden der SPD erwartet. Über viele Jahre holte die Partei im Ruhrgebiet die meisten Stimmen, in den vergangenen Jahren ging der Trend zurück. Nun sind die Sozialdemokraten zurück in ihren Hochburgen.

Nachdem alle Stimmen ausgezählt sind, steht fest, dass die SPD in allen Wahlkreisen die stärkste Kraft ist. In Essen liegt sie mit über 30 Prozent rund acht Prozentpunkte vor der CDU. Vor vier Jahren betrug der Vorsprung dort nur ein Prozent. In einigen Städten wie Herne oder Gelsenkirchen bewegt sich die SPD knapp unter der 40-Prozent-Marke.

Wahlabend bringt für AfD Verluste

In Gelsenkirchen schauten außerdem viele Augen auf die AfD. Bei der Wahl vor vier Jahren bekam sie in Gelsenkirchen 17 Prozent der Stimmen und damit das höchste Ergebnis im Westen Deutschlands. Bei dieser Wahl zeichnete sich aber relativ schnell ein Minus ab. Die AfD kommt auf 12,8 Prozent der Zweitstimmen in Gelsenkirchen. Die Wahlbeteiligung lag dort bei 66,7 Prozent.

Nur ein Direktmandat der CDU

Ein richtiges Hin und Her spielte sich im Wahlbezirk Essen III ab - und das über Stunden. Immer wieder wechselten sich die Direktkandidaten von CDU und SPD mit wenigen Prozentpunkten an der Spitze ab. Matthias Hauer von der CDU konnte sich dann ganz knapp durchsetzen und sein Mandat verteidigen.

Hauer ist bereits seit 2013 Mitglied im Bundestag und war unter anderem im Untersuchungsausschuss der Wirecard Affäre. Der Wahlbezirk Essen III ist auch der einzige im westlichen Ruhrgebiet, in dem die SPD nicht über 30 Prozent der Stimmen gekommen ist, sondern bei 28 Prozent liegt.

Briefwahl-Rekord in Bochum

In Bochum gibt es laut der Stadt einen Briefwahl-Rekord: Anderthalb Wochen vor der Wahl haben dort mehr als 100.000 Menschen die Briefwahlunterlagen beantragt und damit 34.000 mehr als bei der Bundestagswahl im Jahr 2017. Bei einigen Bochumerinnen und Bochumern sind die Briefwahlunterlagen jedoch nicht angekommen. Laut Stadtsprecher sind davon bisher 50 Wahlberechtigte betroffen. Die meisten scheinen ihre Wahlunterlagen recht kurzfristig beantragt zu haben.

Keine Chance doch noch zu wählen

Einige waren am Wahlsonntag trotzdem in die Wahllokale gekommen, um zu wählen. Doch allein der Personalausweis reichte nicht aus. Denn sie waren bei der Stadt als Briefwähler belistet und mussten wieder nach Hause gehen, ohne ihre Wahl abzugeben.

Auch in Witten wurde die Briefwahl laut der Stadt in Rekordhöhe beantragt - die genaue Anzahl wird derzeit noch ausgezählt. Die Wahlbeteiligung lag insgesamt in vielen Städten der Region bei über 60 Prozent. In den Wahlkreisen Recklinghausen oder auch Bottrop-Recklinghausen sogar bei rund 74 Prozent.

Stand: 27.09.2021, 08:56