Kreis Unna bekommt Geld für den Kohleausstieg

Luftaufnahme des Steinkohlekraftwerks Trianel in Lünen

Kreis Unna bekommt Geld für den Kohleausstieg

  • Bund zahlt Kommunen Geld wegen Kohleausstiegs
  • Insgesamt eine Milliarde Euro an Städte mit Kohlekraftwerken
  • Zukunft von Datteln 4 weiter offen

Erleichterung im Kreis Unna: Der Bund entschädigt alle Gemeinden, denen wirtschaftliche Folgen durch den Kohleausstieg drohen. Das hat Staatssekretär Oliver Wittke (CDU) am Mittwoch (29.05.2019) dem Landrat Michael Makiolla (SPD) zugesichert. Eine Milliarde Euro geht an Kommunen, in denen Steinkohlekraftwerke stehen.

Vier Kraftwerke im Kreis

Im Kreis Unna gibt es gleich vier solcher Kohlekraftwerke. Zwei davon sind derzeit noch in Betrieb. Zwei weitere wurden bereits vor einigen Wochen stillgelegt. Rund 1.000 Arbeitsplätze hängen an den Kraftwerken. Der Kreis kann sich jetzt über Schmerzensgeld freuen, genauso wie etwa Gelsenkirchen und Hamm. Wer wie viel Geld bekommt, steht aber noch nicht fest.

Zeitplan für den Kohleausstieg

Auch der Zeitplan für den genauen Kohleausstieg ist noch ungewiss. In den Jahren 2020 und 2021 sollen die ersten Kraftwerke stillgelegt werden. 2022 und 2023 erfolgt dann eine Pause, weil in dem Jahr die Atomkraftwerke vom Netz gehen. Von 2024 bis 2038 folgen dann die letzten Abschaltungen.

Die Reihenfolge der Abschaltung steht noch nicht fest: "Aber ich gehe davon aus, dass die dreckigsten Kraftwerke und die mit dem niedrigsten Wirkungsgrad zuerst abgeschaltet werden", sagte Oliver Wittke.

Zukunft von Datteln 4 ungewiss

Ungeklärt ist auch noch, ob das einzige noch im Bau befindliche Steinkohlekraftwerk Datteln 4 jemals ans Netz gehen wird. Der Vorstandschef des Betreibers Uniper hatte im Mai auf der Hauptversammlung seines Unternehmens angekündigt, das Kraftwerk in Betrieb nehmen zu wollen. Wittke sagte, er könne sich das durchaus vorstellen. Schließlich sei Datteln 4 sauberer als manch altes Kraftwerk, das heute noch Strom produziere.

Kohleausstieg: Aus für Kraftwerk Datteln 4? 02:40 Min. Verfügbar bis 28.01.2020

Hohe Umbaukosten für Kraftwerksstandorte

Der Kreis Unna hat bereits eine Liste aufgestellt, wofür er das Geld vom Bund ausgeben will. Zuerst sollen die alten Kraftwerksgelände zu Gewerbeflächen umgebaut werden. Kostenpunkt für einen Kraftwerksstandort: 60 Millionen Euro. Der Kreis muss vier Standorte umbauen. Das Geld wird also dringend benötigt.

Stand: 29.05.2019, 19:36