Proteste gegen Neonazi-Demo in Dortmund

Demonstrierende mit Banner

Proteste gegen Neonazi-Demo in Dortmund

  • Friedliche Proteste gegen Demo von Neonazis im Gerichtsviertel
  • Gegendemonstration mit 1.600 bis 2.000 Teilnehmern
  • Zum ersten Mal breites Bündnis für Verbot

Am Montagabend (14.10.2019) protestierten 20 Organisationen und Vereine in Dortmund gemeinsam für ein Verbot der wöchentlichen Demonstrationen von Neonazis. Die Polizei schätzt, dass es sich bei der Gegendemonstration um etwa 1.600 Teilnehmer handelte, der Veranstalter sprach von 2.000 Teilnehmern. Die Protestaktion verlief ohne Ausschreitungen.

Zum ersten Mal forderte das Bündnis in Dortmund gemeinsam ein Verbot der wöchentlichen rechtsextremen Demonstrationen von Neonazis. Sie empfinden es als unerträglich, dass nach den Morden und dem Angriff auf die Synagoge in Halle Neonazis mit antisemitischen Parolen durch die Nordstadt ziehen.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Die Gruppen starteten ihre Gegendemonstration hinter dem Dortmunder Hauptbahnhof und zogen Richtung Gerichtsviertel. Zuvor waren mehrere Hundert vom Borsigplatz zum Hauptbahnhof gezogen. In unterschiedlichen Sprachen protestierten sie gegen Rassismus und Antisemitismus.

Etwa 80 Neonazis erschienen zu ihrer angemeldeten Demonstration vor der Justizvollzugsanstalt in Dortmund. Dort sitzt zur Zeit einer ihrer Anhänger wegen Körperverletzung ein.

Neonazi-Demos seit Ende September

Seit Ende September gibt es montags die Neonazi-Demos, ein komplettes Verbot ist eher unwahrscheinlich. In den vergangenen Jahren sind Versuche der Dortmunder Polizei, angemeldete Neonazi-Demos verbieten zu lassen, vor Gericht gescheitert. Deshalb riefen die Gruppen auch auf, am Montagabend gegen Neonazis und Antisemitismus zu protestieren.

Mitglieder fast aller Ratsfraktionen, Gewerkschaften und Kirchen und das antifaschistische Bündnis Blockado waren dabei. Blockado hatte mit den Protesten schon vor drei Wochen begonnen.

Dortmunder Polizei begrüßt friedlichen Gegenprotest

Die Dortmunder Polizei hatte bereits im Vorfeld auf den Protest gegen Neonazis reagiert und begrüßte ausdrücklich jede friedliche Form des Gegenprotestes.

Stand: 14.10.2019, 21:42

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 Doppeldenk 15.10.2019, 16:45 Uhr

    Doppeldenk und Doppelsprech in der deutschen (Medien) Landschaft: Deutsche Neonazis=böse, Türkische Mitbürger mit Militärgruß=keine politisches Statement zu einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, sondern nur ein Solidaritätsgruß. Es ist wirklich nur noch zum kaputtlachen, mit wie der deutsche Normalbürger aus Gründen der political correctness bzw. Merkel-Machtinteressen (bloss nicht den Erdogan oder sein Fans in Deutschland verärgern) veräppelt werden. Ich glaube ich "like" gleich mal ein youtube Video zum Überfall der Wehrmacht auf Polen und dann erkläre ich, dass sei kein politisches Statement, sondern "lediglich eine Solidaritätsbekundung für Soldaten und ihre Angehörigen handelte, verbunden mit dem Wunsch, dass sie wieder gesund zu ihren Familien zurückkehren." Sarkasmus aus.

  • 4 Achim 15.10.2019, 15:26 Uhr

    Seit wann nach 1945 dürfen Neonazis in Deutschland demonstrieren? Seit dem der Verfassungsschutz, der BND, oder die Deutsche Gerichtsbarkeit nicht in der Lage sind, diese als Neonazis und Verfassungsfeinde zu überführen. Das ist halt die Demokratie in der wir leben. Ich begrüße das heute angekündigte stärkere Vorgehen gegen Rechtsradikale. Dafür ist es schon fasst zu spät. Kann nur hoffen, das es nach IS Terror in Deutschland nicht auch einen verstärkten Nazi Terror geben wird. Die Progromnacht jährt sich ja bald wieder. Die Bundesregierung hat die letzten Jahre einfach nur blöde zugeschaut. Sie hat ja auch Erdogan in Deutschland gewähren lassen. Das ist genauso fraglich, da sich Türken und Kurden hier in Deutschland gegenseitig auf die Fresse hauen. Wann wird Deutschland von der Politik her wieder ein souveränes Land, das in erster Linie den inneren Frieden sichert und weder rechtsradikalen, noch radikalen Muslimen, weiter Futter gibt.

  • 3 Ortswechsel 15.10.2019, 11:25 Uhr

    Einwohner Dortmunds haben dieses von Politik aufgedrückte Stigma so satt, dass ein Demonstrations-Moratorium dieser Verfassungsgegner mehr als überfällig ist?! Haben nicht auch andere Städte mal ein Anrecht darauf, von diesen Vorgängen auf Jahre beglückt zu werden. Würden in Münster, Düsseldorf oder Paderborn diese wenigen Dauerprovokateure überhaupt geduldet???

  • 2 Kritiker 15.10.2019, 10:54 Uhr

    Das geht so nicht. Die Polizei hat keine politischen Kommentare abzugeben - gleich in welche Richtung -, sondern sich neutral zu verhalten. Ggf. wäre dies dienstrechtlich zu überprüfen - vorausgesetzt, die Formulierung ist seitens der Redaktion korrekt wiedergegeben.

  • 1 Nachdenker 15.10.2019, 10:54 Uhr

    Nun soll also mal wieder das Demonstrationsrecht eingeschränkt werden - DAS Kerngrundrecht einer jeden Demokratie. Natürlich nur bei politisch unliebsamen Demonstrationen/Meinungen .... LOL! Das Interview, dass der "Staatsrechtler" auf WDR5 gegeben hat, war wirklich gruselig: Die Einschränkung des Grundrechts Demonstrationsrecht sei gerechtfertigt, aufgrund entgegenstehender Grundrechte anderer Personen. Nun soll mir mal einer erklären, wie ein "Schweigemarsch" mit Grundrechten anderer Personen kollidieren kann? Die langjährige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgericht zur Demonstrationsfreiheit schien dieser ehemalige Professor wohl nicht (mehr) zu kennen!