Unna: Mutter, die ihr Kind erstickt haben soll, ist gestorben

Zwei Verletzte bei Feuer im Mutter-Kind-Haus in Unna.

Unna: Mutter, die ihr Kind erstickt haben soll, ist gestorben

  • Erweiterter Suizid
  • Mutter ist gestorben
  • Feuer im Zimmer gelegt

Die Mutter, die ihre sechsjährige Tochter in Unna getötet haben soll, ist in der Nacht auf Dienstag (02.04.2019) an ihren schweren Brandverletzungen gestorben.

Wie eine Obduktion des Kindes am Montag (01.04.2019) ergab, soll die Mutter ihre Tochter erstickt haben. Anschließend habe sie Feuer in einem Zimmer einer Mutter-Kind-Einrichtung gelegt, um sich selbst das Leben zu nehmen.

"Wir gehen nach bisherigem Stand der Ermittlungen davon aus, dass sie in suizidaler Absicht in dem abgeschlossenen Zimmer Feuer gelegt hat". Die 39-Jährige soll befürchtet haben, von ihrer Tochter getrennt zu  werden, weil das Kind in eine andere Wohngruppe umziehen sollte.

Mutter litt unter psychischen Problemen

Laut Staatsanwaltschaft lebten Mutter und Kind seit Sommer des vergangenen Jahres in der karitativen Einrichtung und wurden vom Jugendamt betreut. Bis dahin habe die selbst unter psychischen Problemen leidende Frau mit ihrer Tochter völlig isoliert gelebt.

Dadurch soll das Kind in seiner Entwicklung gestört und auf besondere Betreuung und Förderung angewiesen gewesen sein. Mit einer Unterbringung getrennt von der Mutter hätten die Behörden zur gesunden Entwicklung des Kindes beitragen wollen.

Probleme der Mutter waren bekannt

Die Probleme der Mutter, die aus Soest stammt, waren in dem Mutter-Kind-Heim bekannt, allerdings nicht ihre Selbstmordabsicht, so die Heimleitung.

Das Kind war von Feuerwehrleuten leblos aus dem Zimmer geborgen worden. Auf der Straße wurde noch versucht, das Kind und die Mutter wiederzubeleben.

Mutter legt Feuer in Mutter-Kind-Unterkunft - Kind stirbt 01:36 Min. Verfügbar bis 01.04.2020

Weitere Verletzte gab es bei dem Brand nicht. Dank Brandmeldeanlage wurden die übrigen Bewohner frühzeitig gewarnt und konnten sich in Sicherheit bringen.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe

Frau am Schreibtisch mit Computermonitor

Wer sich mit Suizidgedanken trägt, empfindet seine persönliche Lebenssituation als ausweglos. Doch es gibt eine Fülle an Angeboten zur Hilfe und Selbsthilfe, auch anonym.

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist unter den Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie 116 123 rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und in jeder Hinsicht anonym. Der Anruf hier findet sich weder auf Ihrer Telefonrechnung noch im Einzelverbindungsnachweis wieder.

Menschen muslimischen Glaubens können sich an das muslimische Seelsorgetelefon wenden. Es ist ebenfalls kostenfrei und anonym 24 Stunden am Tag unter der Rufnummer 030/44 35 09 821 zu erreichen.

Chat der Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge bietet Betroffenen auch die Möglichkeit an, sich Hilfe per Chat zu holen. Dazu meldet man sich auf deren Webseite an.

E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge

Menschen mit Suizidgedanken können sich auch an die E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge wenden. Der E-Mail-Verkehr läuft über die Webseite der Telefonseelsorge und ist deshalb nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden.

Überblick auf Hilfsangebote

Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) zahlreiche Informationen zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und sozialpsychiatrischen Diensten aufgelistet, an die sich Suizidgefährdete und Angehörige wenden können, um Hilfe zu erhalten. Entsprechende Informationen finden Sie unter nachfolgendem Link.

Stand: 02.04.2019, 11:23

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