Marina Kollassa ist am Ziel angekommen

Am Limit: Bottroper Läuferin vor Ultramarathon

Stand: 02.03.2022, 20:15 Uhr

Der Barkley-Marathon in den USA: einer der schwersten Ultraläufe der Welt. Kaum einer kommt durch, eine Frau hat es in der 35-jährigen Geschichte noch nie geschafft. Jetzt versucht es Marina Kollassa aus Bottrop.

Von Stefan Göke

Die nackten Zahlen allein machen schwindelig: 160 Kilometer, 18.000 Höhenmeter, das Zeitlimit: 60 Stunden. Das hat sich Ultra-Läuferin Marina Kollassa aus Bottrop vorgenommen. Der Barkley-Marathon in Tennessee ist für sie ein großes Abenteuer. Es geht über unbefestigte Wege, mitten durchs Dickicht, durch Wälder, über Steine, nur mit Kompass und Landkarte.

Angelehnt ist der Ultramarathon an der Fluchtroute von James Earl Ray, dem Mörder von Martin Luther King, der 1977 aus dem Hochsicherheitsgefängnis im Frozen Head State Park ausgebrochen war. Es ist eine der schwersten Herausforderungen, der man sich als Läuferin stellen kann. Für die 31-Jährige geht damit ein Traum in Erfüllung.

Strapazen sind ihr Ding

Marina Kollassa bei einem Lauf in Italien

Marina Kollassa bei einem Lauf in Italien

"Was sie macht, ist grausam!" Und: "Ich glaube, sie kann es tatsächlich packen", sagt ihr Trainingspartner Christoph Janthur, selbst Ultraläufer. An der Wand in ihrem Wohnzimmer hängen unzählige Medaillen und Startnummern. Etwa vom "Tor de Geants", ein Extremlauf in den italienischen Alpen über 330 Kilometer.

„Die Zeit bleibt stehen“

Dafür hatten die Athleten mehr als sechs Tage Zeit. Auch das hat die gelernte Drogistin und Mutter einer Tochter gemeistert und den Kampf gegen Kilometer, Kälte und Schlafmangel gewonnen. Wie das zu schaffen ist? "Ich bin beim Laufen ganz bei mir", beschreibt Marina. "Dann bleibt die Zeit stehen. Und das Gefühl, wenn ich am Ende im Ziel bin, ist unbeschreiblich."

Training auf der Halde

Marina Kollassa mit Laufpartner auf der Halde Haniel

Marina Kollassa mit Laufpartner auf der Halde Haniel

In den letzten Wochen vor dem Abflug in die USA hieß es für Marina trainieren. Ihr Übungskurs: die Halde Haniel in Bottrop. Sieben- bis achtmal rauf und wieder runter, knapp 1.000 Höhenmeter pro Einheit. Nicht einfach gerade hoch, nicht auf den Wegen, sondern durch Dickicht, Wald und Geröll, bis auf den Gipfel an den berühmten Stelen.  

Mittlerweile ist Marina abgereist und in Tennessee angekommen. Alles ist gut. „Daumen hoch“ schickt sie uns per Foto. Noch eine knappe Woche bleibt, dann beginnt das Abenteuer. Wohl das größte, das sie dann je auf sich genommen hat und bei dem ein Scheitern eigentlich normal wäre. Eigentlich… 

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