Bottroper Apotheker laut Gutachter voll schuldfähig

Mann im weißen Kittel hält ein Fläschen in der Hand

Bottroper Apotheker laut Gutachter voll schuldfähig

  • Laut Verteidigung verminderte Schuldfähigkeit
  • Apotheker soll bei Unfall einen Hirnschaden erlitten haben
  • Gutachter des Landgerichts: Apotheker trotzdem voll schuldfähig

Der Apotheker Peter S. sei voll schuldfähig, hieß es am Mittwoch (13.6.2018) vor dem Essener Landgericht. Dies ist das Ergebnis des vom Gericht beauftragten Gutachtens.

Die Verteidigung hält den Bottroper Apotheker für vermindert schuldfähig. Laut Gutachten der Verteidigung sei die verminderte Schuldfähigkeit auf einen Unfall vor zehn Jahren zurückzuführen, bei dem der Apotheker einen Hirnschaden erlitten habe.

Keine Auswirkungen auf die Arbeit

Der Gutachter des Landgerichts bestätigte zwar den Hirnschaden, für ihn hatte der aber keine Auswirkungen auf die Arbeit des Apothekers. Peter S. sei voll leistungsfähig gewesen.

Bereits seit anderthalb Jahren angeklagt

Peter S. soll laut Staatsanwaltschaft mindestens über vier Jahre lang Krebstherapien mit zu wenig oder ganz ohne Wirkstoff hergestellt haben. Dadurch könnten Heilungen von an Krebs erkrankten Menschen erschwert worden sein.

Ob Patienten sterben mussten, weil der Apotheker die Medizin gepanscht haben soll, lässt sich nicht mehr beweisen. Er sitzt bereits seit anderthalb Jahren in Untersuchungshaft, wegen Betrugs, Köperverletzung und Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz. Der ehemalige Mitarbeiter Martin Porwoll hatte im Juli 2016 mit einer Anzeige gegen Peter S. einen Strafprozess vor dem Landgericht Essen ins Rollen gebracht.

Stand: 13.06.2018, 14:38