Bottroper Apotheker: Krebspatienten wollen Schadenersatz

Urteil im Apothekerprozess

Bottroper Apotheker: Krebspatienten wollen Schadenersatz

Im Fall des Bottroper Apothekers, der Krebstherapien unterdosiert hat, wollen dutzende Patienten nach dem Strafverfahren jetzt um Schadenersatz kämpfen.

Im Fall des Bottroper Apothekers, der Krebstherapien unterdosiert hat, wollen dutzende Patienten nach dem Strafverfahren um Schadenersatz kämpfen. Das haben sie am Samstag (01.09.2018) bekanntgegeben.

Vor allem die Ungewissheit quält die betroffenen Krebspatienten. Einige befürchten, dass die Krankheit wegen der unzureichenden Dosierung ihrer Medikamente wieder kommen könnte. Dafür fordern sie Schmerzensgeld in erster Linie vom Bottroper Apotheker, der laut Urteil aus purer Habgier bei der Zusammensetzung der Medikamente wenig oder gar keinen Wirkstoff verwendet hatte und so mit falschen Abrechnungen auch noch die Krankenkassen um Millionen betrogen hat.

Forderungen an das Gesundheitsamt

Ein Schmerzensgeld für die Geschädigten sorge dafür, dass der Apotheker, die "Früchte seiner Tat" nicht einbehalten könne, so Anwalt Ali-Mubeib Mohammed. Dass das alles über Jahre geschehen konnte, liege aber auch an mangelnden Kontrollen, sagt Mohammed. Auch gegen das Gesundheitsamt der Stadt Bottrop sollen deshalb Forderungen gestellt werden.

Die Stadt Bottrop weist solche Vorwürfe von sich: Man habe sich an alle gesetzlichen Vorschriften gehalten. Unangekündigte Kontrollen in Apotheken, die Krebsmittel herstellen, sind erst nach dem Bottroper Fall landesweit Pflicht geworden.

Zwölf Jahre Haft in erster Instanz

Peter S. wurde in erster Instanz vor dem Essener Landgericht zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Richter hatte in seinem Urteil auch dem Gesundheitsamt schwere Versäumnisse vorgeworfen. Er sagte, dass der Kriminalfall auch eine Geschichte des Behördenversagens sei.

Stand: 01.09.2018, 10:23