Neue Vorwürfe im Bottroper Apothekerskandal

Neue Vorwürfe im Bottroper Apothekerskandal

  • Apotheken-Mitarbeiterin unter Verdacht
  • Vorwurf: Strafvereitelung und Falschaussage
  • Aufklärung angeblich verzögert

Im Fall eines Apothekers aus Bottrop, der wegen gestreckter Krebsmedikamente bereits zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden ist, gibt es neue Ermittlungen. Nach WDR-Informationen von Freitag (19.04.2019) prüft die Essener Staatsanwaltschaft, ob sie gegen eine frühere Mitarbeiterin der Apotheke Ermittlungen einleitet. Im Raum steht der Vorwurf der Strafvereitelung und der Falschaussage.

Ermittler vorsätzlich angelogen?

Sie könnte so möglicherweise verhindert haben, dass der Medikamentenskandal viel früher aufgeklärt wurde. Bereits 2013 hatte es demnach eine Anzeige gegen den Bottroper Apotheker gegeben. Doch weil die ehemalige Mitarbeiterin damals die Vorwürfe gegen ihren Chef verneinte, wurde das Verfahren eingestellt. Jetzt steht der Vorwurf im Raum, die Frau habe aus finanziellen Gründen ihren Arbeitgeber schützen wollen und deshalb die Ermittler vorsätzlich angelogen.

Millionengewinn durch gepanschte Medizin

Der Bottroper Apotheker war im vergangenen Sommer vom Essener Landgericht verurteilt worden, weil er in tausenden Fällen Krebsmedikamente gestreckt und die volle Dosierung bei den Krankenkassen abgerechnet hatte. So soll er sich um einen zweistelligen Millionenbetrag bereichert haben.

Stand: 19.04.2019, 16:52