Welche Folgen illegale Schönheits-OPs haben können

Hyaluron

Welche Folgen illegale Schönheits-OPs haben können

Von Kyra Preuß

  • Vier Jahre Haft wegen Schönheitsbehandlungen ohne Zulassung
  • Schönheitseingriffe liegen im Trend
  • Immer häufiger entstellte Patienten
  • Kostenübernahme durch Krankenkassen unsicher

Am Bochumer Landgericht ist am Mittwoch (13.11.2019) eine Frau zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Laut Gericht hatte sie im großen Stil Frauen und Männern das Gesicht mit Hyaluron aufgespritzt. Die nötige Zulassung dafür hatte sie allerdings nicht. Verurteilt wurde sie nun zum einen wegen gefährlicher Körperverletzung - zum anderen auch wegen Steuerhinterziehung.

Bis zu zehn Problem-Fälle am Tag

Viele Betroffene klagten nach den Behandlungen über starke Entzündungen, Knötchen in der Lippe oder Deformierungen im Gesicht. Doch Einzelfälle seien das nicht, sagt Dr. Klaus Hoffmann von der Universitäts-Hautklinik im Bochumer St. Josef Hospital. Immer wieder kämen Patienten mit schweren Schäden zu ihm. "In der Spitze hatten wir zehn Fälle an einem Tag."

Extreme Schwellungen

"Ich bin beim Shoppen in Wuppertal auf der Straße von zwei Frauen angesprochen worden und habe von ihnen einen Flyer bekommen. Sie hatten mir gesagt, dass sie einen guten Arzt haben", erzählt eine seiner Patientinnen, die ihren Namen nicht nennen möchte.

Für die Schönheit unters Messer?

WDR 5 Tagesgespräch 17.10.2019 45:38 Min. Verfügbar bis 16.10.2020 WDR 5

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Entzündung nach Schönheitseingriff

Nach der Behandlung schwillt die Wange dick an.

Den versprochenen Arzt bekommt sie nie zu sehen, lässt sich in dem Salon aber trotzdem die Wangen mit Hyaluron aufspritzen. Nach der ersten Behandlung schwillt eine Wange extrem an, die andere bleibt flach. Um alles anzugleichen, lässt sie sich noch einmal behandeln - für mehr als 1.300 Euro.

Doch im Endeffekt wird alles nur noch schlimmer. Die Behandlerin versucht den Schaden noch mit einer Laserbehandlung zu begrenzen. Aber auch das geht schief. "Ich konnte richtig riechen, wie meine Haut im Gesicht verbrannt ist." Am Ende muss ihr Gesicht in der Bochumer Klinik gerettet werden. Auch rund sechs Monate nach dem Vorfall, ist sie noch in Behandlung.

Kein Geld von der Krankenkasse

Neben den schmerzhaften und teilweise bleibenden Schäden kann ein verpfuschter Schönheitseingriff auch noch richtig teuer werden, sagt Britta Holzenleuchter, sie ist Anwältin für Medizinrecht in Mönchengladbach: "Sollten schlimmere Komplikationen auftreten und gegebenenfalls Folgebehandlungen notwendig werden, dann wird auch die Krankenkasse gar nicht, oder wenn überhaupt nur zum Teil einspringen. Da das ganze natürlich Eingriffe sind, die medizinisch gar nicht notwendig sind."

Neue Nase, neues Leben – wie gefährlich ist der Boom bei Schönheits-Operationen? Hart aber fair 23.09.2019 01:13:48 Std. UT DGS Verfügbar bis 23.09.2020 Das Erste

Stand: 13.11.2019, 15:03