Stadt Dortmund zieht Bilanz nach Bombenentschärfungen

Krankenwagen holen Patienten im Dortmunder Klinikum ab

Stadt Dortmund zieht Bilanz nach Bombenentschärfungen

  • Patienten sind zurück
  • Kosten noch unklar
  • Halteverbot sorgt für Unmut unter Anwohnern

Die Stadt Dortmund ist mit dem Ablauf der Evakuierung zufrieden. So reibungslos wie die Entschärfung der beiden gefundenen Bomben lief laut Krisenstab auch die gesamte Organisation. Mehr als 1800 Menschen waren nach Angaben der Stadt Dortmund (13.01.2010) im Einsatz, als Mitarbeiter der Feuerwehr, Polizei, Stadt Bahn und freiwilliger Organisationen.

Keine Straftaten im Evakuierungsbereich

Mehr als 13.000 Menschen mussten ihren Wohnungen verlassen - von ihnen hatten sich nur vier Menschen geweigert. Sie mussten vom Ordnungsamt gezwungen werden. Straftaten in den menschenleeren Straßenzügen wurden nicht festgestellt - bis auf einen Fahrraddieb, der der Polizei übergeben wurde. Die Polizei hatte erstmals Drohnen mit Überwachungskameras eingesetzt.

Kosten noch unklar

Nach der großen Evakuierungsaktion kehrte in den betroffenen Krankenhäusern am Montag (13.01.2020) langsam wieder der Alltag ein. Die Patienten, die aus Sicherheitsgründen in andere Krankenhäuser verlegt werden mussten, sind inzwischen zurück.

Jetzt steht die Frage im Raum, welche Verluste die Krankenhäuser bei der Aktion gemacht haben. Die Mitarbeiter der beiden Krankenhäuser rechnen das noch aus. Fest steht aber, dass eine beträchtliche Summe zusammenkommen wird. So macht zum Beispiel das Klinikum Dortmund normalerweise einen Umsatz von rund einer Million Euro täglich.

Schon die Tage vor der Evakuierung waren keine normalen Tage: Das Klinikum hatte da schon keine Patienten mehr aufgenommen und keine Operationen mehr geplant. Das bedeutete für das Klinikum kräftige finanzielle Verluste. Eine spezielle Versicherung greift nicht.

Unmut über abgeschleppte Autos

Auf dem Foto ist ein grau-roter Abschleppwagen, mattlackiert. Dieser lädt gerade einen kleinen Opel auf, der wohl im Haltverbot steht.

Wer so steht, dass es den Rücktransport der Patienten behindert, wird abgeschleppt.

Allerdings gab es am Tag danach auch einigen Unmut unter Anwohnern des Klinikviertels. Viele dürfen ihre Autos noch immer nicht zurückbringen. In einigen Straßen galt auch noch am Montag (13.01.2020) absolutes Halteverbot. Die Straßen sollten für den Rücktransport der Patienten freigehalten werden. Deswegen wurden bereits über 30 abgestellte Fahrzeuge abgeschleppt. Ab Dienstag soll wieder alles wie zuvor sein.

Stand: 13.01.2020, 18:04

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