Dutzende Strafanzeigen rund um Neonazi-Demo

Polizisten im Einsatz bei einer Neonazi Demo in der Dortmunder Nordstadt

Dutzende Strafanzeigen rund um Neonazi-Demo

  • Polizei löst Blockade auf
  • Erstellt dutzende Strafanzeigen
  • Einsamer Protest eines Pfarrers

In der Dortmunder Nordstadt hat es am Montagabend (08.10.2019) massive Proteste gegen eine Demonstration von Rechtsextremen gegeben.

Dabei ging die Polizei auch gegen Neonazi-Gegner vor. Die hatten versucht die Demo der Rechtsextremen zu blockieren.

Als die Neonazis auf die Blockade in der Dortmunder Nordstadt zuliefen ging alles ganz schnell: die Polizei drängte die Neonazi-Gegner zur Seite und wertete die Blockade als nicht angemeldete Versammlung.

Anschließend wurden die Personalien der 41, meist jungen, Menschen aufgenommen. Sie müssen jetzt mit Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Widerstand und Landfriedensbruch rechnen.

Viel Unruhe in der Nordstadt

Auch an anderen Stellen hagelte es Anzeigen der Polizei, die mit einem Großaufgebot in der Nordstadt unterwegs war. Zwei Rechtsextreme sollen antisemitische Parolen gerufen haben, gegen sie ermittelt jetzt der Staatsschutz wegen Volksverhetzung.

Neonazi-Gegner versuchten eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen, es gab einen Flaschenwurf in Richtung von Polizisten und drei Anzeigen gegen Antifaschisten wegen möglicher verbotener Vermummung.

Rechtsextremes Netzwerk C18 Lokalzeit aus Dortmund 29.05.2019 Verfügbar bis 29.05.2020 WDR Von Christof Voigt

Pfarrer solidarisiert sich

Proteste aus der Stadtgesellschaft gab es auch bei der zweiten „Montagsdemonstration“ von Rechtsextremisten in der Dortmunder Nordstadt nicht.

Keine Partei, keine Gewerkschaft und keiner der Dortmunder Arbeitskreise gegen Rechts hatte dazu aufgerufen.

Beobachter der Demonstration sagten, dass es wichtig gewesen wäre, wenn die Anwohner des migrantisch geprägten Viertels auch Unterstützung aus dem „bürgerlichen Lager“ bekommen hätten.

Schließlich seien die Dortmunder Rechtsextremisten auch gestern Abend wieder mit fremdenfeindlichen und angsteinflößenden Parolen unterwegs gewesen.

Lediglich Friedrich Laker, Pfarrer der evangelischen Lydia-Gemeinde, hatte sich alleine vor seine Kirche gestellt. Und minutenlang die Glocken der Paulus-Kirche läuten lassen, um die Parolen der Neonazis zu übertönen.

Stand: 08.10.2019, 06:54

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