Mit Biozid gegen Eichenprozessionsspinner im Ruhrgebiet

Ein Fahrzeug der Stadt fährt an den befallenen Bäumen vorbei. Eine Maschine auf dem Dach sprüht das Biozid auf die Blätter. Mitarbeiter der Stadt kontrollieren den Vorgang

Mit Biozid gegen Eichenprozessionsspinner im Ruhrgebiet

  • Oberhausen will Schädlingsplage verhindern
  • Eichenprozessionsspinner befällt Bäume
  • Auch in Wesel wird das neue Biozid getestet
  • Gift tötet pflanzenfressende Insekten

Der Eichenprozessionsspinner hat letztes Jahr in Oberhausen 600 Bäume befallen. Die Stadt will die Plage dieses Jahr durch ein neues Biozid verhindern. Deswegen besprühen Mitarbeiter seit Donnerstag (25.04.2019) die Blätter der 600 Bäume mit dem Gift "Neem Protect". Auch in Wesel werden 3.600 Eichen mit dem Biozid behandelt.

Biozid für Bienen nicht schädlich

Die Bäume stehen in der Nähe von Spielplätzen, Schulhöfen und anderen Orten, wo der Eichenprozessionsspinner besonders vielen Menschen schaden kann. Die Stadt sagt, dass das Biozid schon seit Jahren im ökologischen Landbau eingesetzt wird. Es wirkt gegen alle pflanzenfressenden Insekten. Für Bienen sei das Gift "Neem Protect" aber ungefährlich.

BUND kritisiert präventive Maßnahme

Der Bund für Umwelt und Naturschutz kritisiert, dass die Stadt vorsorglich 600 Bäume mit einem Biozid einsprühen will. Es geht um den Eichenprozessionsspinner, dessen Haare schwere allergische Reaktionen auslösen können. Trotzdem sei der Einsatz im Vorfeld nicht in Ordnung, sagt Dirk Jansen vom BUND Landesverband: "Was gar nicht geht, das Mittel ohne Nachweis, dass ein Befall vorliegt, einzusetzen. Das mag unterm Strich günstiger sein, aber ist eine seltsame Sicht von Naturschutz und nach unserem Erachten rechtlich zweifelhaft."

Die Stadt Oberhausen sagt, dass Alternativen bereits versucht worden seien, aber nichts gebracht hätten.

Raupe nicht nur bei Berührung gefährlich

Das Biozid soll die schädlichen Raupen auf den Bäumen töten, bevor sie Menschen schaden können. Dem Eichenprozessionsspinner wachsen bis zu 600.000 gefährliche Brennhärchen. Diese Härchen können durch Wind bis zu 200 Meter weit getragen werden. Wenn sie sich auf der Haut festhaken, setzen sie ein Nesselgift frei.

Reaktionen wie Atemnot

Das Bild zeigt eine Raupe des Eichenprozessionsspinners

Die Raupe ist eine gefährliche Plage

Das Gift der Raupe kann starke Reaktionen wie Bindehautentzündungen, Juckreiz oder sogar Atemnot auslösen.

Stand: 26.04.2019, 09:16

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