Duisburg: Lehrer sollen Binnenschiffer werben

Duisburg: Lehrer sollen Binnenschiffer werben

Von Dominik Peters

  • Branche sucht händeringend Binnenschiffer
  • Gute Job-Perspektiven, aber harter Arbeitsalltag
  • Lehrer sollen Schülern den Beruf näherbringen

"Wir stehen immer mehr vor der Herausforderung, wie kriegen wir diese Stellen besetzt", sagt der Mann im schwarzen Anzug.

Schiff am Containerterminal im Duisburger Hafen

Containerterminal in Duisburg

Was Buchhalter Olaf Prenzing hier über sein Binnenschifffahrtsunternehmen Haeger & Schmidt sagt, gilt für die gesamte Branche. Während er redet, laufen im Hintergrund spektakuläre Bilder von Containerschiffen und Hafen-Kränen über die Leinwand.

Lehrer sollen als Multiplikator dienen

Im Publikum sitzen gut 30 Lehrer. Sie sollen am Dienstagnachmittag (14.05.2019) mehr über die verschiedenen Berufsfelder bei Haeger & Schmidt erfahren, um später ihren Schülern die Berufe in der Logistikbranche schmackhaft machen zu können. Der Unternehmerverband hat die Veranstaltung organisiert.

Lehrer hören einem Vortrag zu

Binnenschiffer-Vortrag vor Lehrern

Gesucht würden etwa Informatik-Kaufleute und Hafenlogistiker, sagt Olaf Prenzing in seinem Vortrag. Mehrmals betont er außerdem, "dass wir händeringend Binnenschiffer suchen". Der Beruf sei "nicht mehr en vogue, nicht mehr aktuell".

Anforderungen: Fachoberschulreife und Seetauglichkeit

Die Anforderungen sind hoch: Fachoberschulreife, technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Seetauglichkeit seien Grundvoraussetzungen für Binnenschiffer. Außerdem müssten sie Stress aushalten können: "Ein Seeschiff wartet nicht auf das Binnenschiff". Logistik bedeutet auch Zeitdruck. Alles hängt zusammen.

Wer an Bord ist, muss auf Partys mit Freunden verzichten

"Ich bin 14 Tage auf dem Schiff, dann habe ich 14 Tage frei", sagt Olaf Prenzing. Die Arbeit sei dreckig, ein Schiff müsse auch bei Regen und Schnee beladen werden. Und: Wer an Bord sei, müsse auf die Party mit Freunden verzichten. Viele Bewerber machen sich über die Schattenseiten des Berufes im Vorfeld keine Gedanken. Das merke er schon in Vorstellungsgesprächen, sagt Olaf Prenzing. "Ich musst feststellen, dass der will."

Wer die Ausbildung durchziehe, habe aber gute Perspektiven. Ein Lehrer wirft ein: "Es gibt keinen arbeitslosen Binnenschiffer!"

Nach dem Vortrag führt Olaf Prenzing noch Einzelgespräche mit Lehrern. Einer sagt: "Schüler gucken, wieviel verdienen sie, wieviel haben sie frei, wie sind die Arbeitsbedingungen." Kurzum: Der Job des Binnenschiffers sei für viele nicht attraktiv. Ob die Lehrer daran etwas werden ändern können? Immerhin nehmen sie viele Info-Mappen und Flyer mit nach Hause.

Stand: 14.05.2019, 17:08

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