Bewährungsstrafen für bundesweit agierende Agentur für Schulfotos

Ein Fotograf hält eine Spiegelreflexkamera in seinen Händen.

Bewährungsstrafen für bundesweit agierende Agentur für Schulfotos

Bewährungsstrafen für eine Gelsenkirchener Fotoagentur: Um sich lukrative Aufträge für Schülerfotos zu verschaffen, hatte die Agentur bundesweit Schulleiter bestochen. Das Bochumer Landgericht verhängte auch empfindliche Geldstrafen gegen die Chefs der Agentur.

Der Fall sorgte für bundesweites Aufsehen: eine Gelsenkirchener Fotoagentur soll Schulleiter in ganz Deutschland bestochen haben, um sich Aufträge zu sichern. Nach sieben Monaten wurde am Dienstag der Prozess vor dem Landgericht Bochum beendet. Der Chef und der Vertriebsleiter der Agentur wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt, außerdem müssen sie 120.000 Euro Strafe zahlen.

Laptops und Geld für lukrative Aufträge

Um sich lukrative Aufträge für Schülerfotos zu verschaffen, hatte die Agentur bundesweit hunderte Schulleiter bestochen, auch an Rhein und Ruhr. In Oberhausen, Duisburg, Düsseldorf, Neuss und vielen anderen Kommunen. Das soll so abgelaufen sein: die Schulleiter bekommen Sachspenden für ihre Schule und Geld für den Förderverein. Im Gegenzug gab es die Aufträge für offizielle Schulfotos.

Keine persönliche Bereicherung

Im Urteil betonte der Richter ausdrücklich, dass sich kein Lehrer persönlich bereichert habe. Die Schulfotografie ist offenbar ein umkämpfter Markt, auf dem die Firma der Angeklagten zu den Großen zählt. Im Prozess verwiesen die Verteidiger der Firmenchefs darauf, dass niemandem ein Schaden entstanden sei. Denn Laptops oder finanzielle Zuwendungen seien letztlich Schülern zugute gekommen.

Das Landgericht wertete solche Spenden im Zusammenhang mit geschäftlich Aufträgen aber eindeutig als Bestechung. Eigentlich sollte das Urteil vor der 6. Strafkammer des Bochumer Landgerichts bereits im April 2020 fallen, wegen der Corona-Pandemie wurde es aber verschoben.

Stand: 22.09.2020, 14:47