Beuys-Werk möglicherweise aus Oberhausener Ausstellung gestohlen

Die "Capri-Batterie" von Joseph Beuys

Beuys-Werk möglicherweise aus Oberhausener Ausstellung gestohlen

Das Kunstwerk "Capri-Batterie" von Joseph Beuys ist aus einer Ausstellung des Theaters Oberhausen verschwunden. Ein Künstlerkollektiv will nach eigenen Angaben dahinter stecken.

Eigentlich wollte das Theater Oberhausen mit einem großen Spektakel an den vor zehn Jahren verstorbenen Künstler Christoph Schlingensief erinnern. Dieser hätte am 24. Oktober seinen 60. Geburtstag gefeiert. Jetzt rückt die Ausstellung "Verschmutzung. Körperzustände. Faschismus. Christoph Schlingensief und die Kunst" wegen eines angeblichen Kunstraubs in den Fokus.

Das Künstlerkollektiv "Frankfurter Hauptschule" will nach eigenen Angaben ein Kunstwerk aus der Ausstellung entwendet und nach Afrika geschickt haben. Es geht um ein Werk des Düsseldorfer Künstlers Jospeh Beuys (1921-1986) aus dem Jahr 1985. Die "Capri-Batterie" zeigt eine Glühbirne in einer Fassung, die in einer Zitrone steckt.

Die Gruppe bekennt sich im Internet zu dem Diebstahl. Außerdem soll ein Video zeigen, wie das Werk nach Tansania gebracht wird. Dort soll es laut Künstlerkollektiv in einer Ausstellung neben traditioneller Handwerkskunst einer ethnischen Volksgruppe gezeigt werden. "Unter dem Kolonialregime wurden Kunstgegenstände, Kulturgüter sowie Schädel von Hehe-Anführern aus Iringa geraubt und in unüberschaubarer Zahl nach Deutschland verbracht", heißt es in dem Bekennerschreiben zu der Aktion.

Den Diebstahl bezeichnet die "Frankfurter Hauptschule" als eine Art Wiedergutmachung an der ehemaligen deutschen Kolonie Tansania. Ob in dem Video wirklich die Beuys-Skulptur aus der Oberhausener Ausstellung zu sehen ist, ist nicht sicher.

Zumindest bestätigt das Theater Oberhausen, dass das Werk verschwunden ist. "Das Objekt 'Capri-Batterie' ist nicht mehr an seinem Platz", heißt es in einer Mitteilung. "Das Museum bleibt am Donnerstag geschlossen, der Vorfall wird geprüft." Auch das Bekennerschreiben des Künstlerkollektivs soll vorliegen.

Stand: 22.10.2020, 16:11